Meinung | Kolumnen | Schule und der Rest des Lebens
26.03.2017

Von Lehrern mit dem sex-ten Sinn

Wie wäre es, wenn sich die Gewerkschaft einmal d a r u m kümmern würde?

Niki Glattauer | über Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses

Im KURIER war es zu lesen: "Lehrer wegen Verhältnis mit 13-Jähriger in Untersuchungshaft". Tatort Bezirk Neunkirchen, NÖ. Aus gegebenem Anlass kam es nun zu einem Gespräch zweier mir gut bekannten Wiener Kolleginnen, das ich hier verkürzt wiedergebe:

- Vielleicht ist das der, der vor ein paar Jahren in der...* (Schule bekannt) die J. geschwängert hat.

- Nein, der unterrichtet jetzt in...*(Ort, Schule bekannt) Und aufpassen, das mit der Abtreibung hat man nie nachweisen können.

- Warum ist er dann geflogen?

- Wegen der SMS. Du bist meine sexy Lolita, ich möchte deinen Körper mit Honig beschmieren und ablecken, usw. Ein Lehrer! Ins Bio-Kammerl haben sie sich eingesperrt, er hat ihr Zigaretten gegeben, dafür hat sie sich ausgezogen.

- Wie ist’s denn damals eigentlich aufgeflogen?

- Ein Mitschüler der 13-Jährigen hat es einer Lehrerin gesagt. Die J. kriegt SMS vom Herrn Lehrer, und wollen Sie wissen, was für welche…? In der Supervision mit dem Klassenteam ist es dann herausgekommen. Die Supervisorin vom Stadtschulrat hat das Gespräch sofort abgebrochen und gesagt, das muss sie leider a) dem Direktor melden und b) eine Anzeige machen.

- Und ist er verurteilt worden?

- Na klar, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses. Entlassung aus dem öffentlichen Dienst. Alles.

- Und dann konnte er in …* gleich wieder Lehrer werden?

- Nicht gleich, vorher war er noch in Wien in einer islamischen Privatschule, Spuren verwischen.

Leider keine Satire, sondern echtes Leben. Ja, es gibt ihn, den Lehrer (nur den einen?), der in einem Bundesland Berufsverbot hat, weil er sich auf eher widerliche Weise mit minderjährigen Schülerinnen eingelassen hat, und der jetzt in einem anderen Bundesland wieder Lehrer minderjähriger Schüler ist. Warum das geht? Weil es Österreich nicht schafft, Schulverwaltung unter einen Hut zu bringen. Und weil du dir als Lehrerin nie sicher sein kannst, ob der neue Kollege aus Transirgendwo nicht "Leichen im Keller" hat, wobei natürlich stets die Unschuldsvermutung zu gelten hat ;-). Trotzdem, wie wäre es, wenn sich die Gewerkschaft einmal d a r u m kümmern würde, statt eh schon wissen.