Ansteckend?

Andreas Schwarz

Andreas Schwarz

Dieser Tage ist viel davon die Rede, dass Donald Trump seine Wahl dem "Wutwähler" verdankt. Und der seine Existenz den sozialen Medien. Denn: Dort konnte er sich artikulieren, und die Summe der Artikulationen schuf eine Artikulationsvernetzung, von der Internet-Guru Sascha Lobo sagt: "Ohne Twitter, Facebook, Blogs wäre ein Trump-Sieg kaum denkbar gewesen." Und wer weiß, welche Siege noch. Das sei nun der Übergang von den Rational- zu den Gefühlsmedien. Postfaktisch, Sie wissen schon.

Und schon wird allenthalben aufgeregt diskutiert, ob man sich mit Kritik am Postfaktischen nicht zurückhalten sollte, um die Wut nicht noch wütender zu machen.

Hallo!? Nur weil der Stammtisch der angeblich sozialen Medien die politische Deutungshoheit für sich beansprucht und jede andere Meinung als eine des alten Systems niedermäht, überlegen wir ernsthaft, diese andere Meinung hintanzustellen? Reden davon, uns "neu erfinden" zu müssen? Wie krank ist die Welt inzwischen eigentlich? Oder anders: Ist postfaktisch ansteckend?

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