über das Problem mit der Fleischherkunft
02/14/2017

Tirol isch lei oans

von Stefan Sigwarth

Was vernünftig ist, wurde für die Touristiker zur Falle, und in die sind sie denn auch brav hineingestiegen.

Stefan Sigwarth | über das Problem mit der Fleischherkunft

Und am achten WM-Tag hielt das Oberengadin endlich, was die Touristiker stets versprechen in ihrem Hochtal mit den 320 oder (je nach Lesart) 322 Sonnentagen: keine Wolke am Himmel, milde Temperaturen, ein Wintertraum.

Ein böses Erwachen gab es unterdessen für die Verantwortlichen des TirolBergs, jenes temporären Quartiers, das inzwischen zur Ski-WM gehört wie Teilnehmer aus dem heiligen Land. Was die Herrschaften nämlich übersehen hatten beim Erstellen ihrer Einkaufslisten: In der Schweiz muss die Herkunft von Fleisch auf die Speisekarte geschrieben werden. Was vernünftig ist, wurde für die Touristiker zur Falle, und in die sind sie denn auch brav hineingestiegen.

"Seefelder Wildragout mit Eierspatzln (Herkunft Ungarn)";

"Schnitzelsemmel (Herkunft Kroatien)";

"Innsbrucker Gröstl mit Sauerrahm-Dip (Herkunft Deutschland)"!

"Für mich ist dieser TirolBerg damit nur noch eine scheinheilige Hülle, wobei zwar mit den bäuerlichen Traditionen und der ländlichen Idylle gerne geworben wird, ein klares Bekenntnis zur Landwirtschaft und ihren hochwertigen Produkten aber offenbar fehlt", zürnte der Tiroler Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger gegenüber der Tiroler Tageszeitung, und Landeshauptmann Günther Platter kündigte für die Verantwortlichen eine saubere Kopfwäsche (bzw. "Aussprache") an.

Ja, es scheint nicht allen die Sonne bei dieser Ski-WM. Schlag’ nach bei den ÖSV-Abfahrerinnen: Vizeweltmeisterin Stephanie Venier (Tirolerin!) und Kolleginnen durften ihre Prognosen zu ihrem großen Sonn(en)tag in einem schmucklosen Raum im ÖSV-Teamhotel Laudinella zum Besten geben, weil dort die große Hintergrundwand mit all den Sponsoren drauf steht. Draußen schien die Sonne, so wurden die Bilder für die Vorschauberichte halt drinnen mit Blitz und an einem Flügel geschossen.

Gefeiert wurde am Sonntagabend im TirolBerg. Und dort hatte der Kärntner (!) Max Franz Lust auf einen Gin (!!). Der wurde denn auch eiligst besorgt.

Aber ob es ein Tiroler war?

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