Meinung | Kolumnen | Meine Stadt
16.08.2017

Transatlantisches Vorbild

Aus der Reihe Dinge, an die man sich als Wienerin im Amerikaurlaub gewöhnen muss.

Anna-Maria Bauer | über die Wien-Amerika-Unterschiede

Aus der Reihe Dinge, an die man sich als Wienerin im Amerikaurlaub erst gewöhnen muss.

Selbst bei 40 Grad Außentemperatur empfiehlt es sich, einen Pullover dabei zu haben, weil die Innenräume konsequent auf Kühlschranktemperatur gehalten werden.

Abnehmen ist in Amerika so gut wie unmöglich. Selbst die kleinen Portionen sind so groß, dass man damit eine europäische Familie satt machen könnte. Einen ganzen Tag lang.

Touristen, die die Straße blockieren, werden nicht zur Seite geschubst, ihnen wird freundlich Hilfe angeboten. Busfahrer werden nicht angestänkert, wenn der Bus zu spät dran ist. Stattdessen wird ihnen von den Passagieren beim Verlassen noch ein herzliches "Thank you" zugerufen.

Wie sehr ich mich an die Freundlichkeit gewöhnt hatte, wurde mir beim Rückflug in der AUA-Maschine bewusst. Kurz war ich tatsächlich überrascht, als ein Geschäftsmann, der mir die Aktentasche in die Seite rammte, sich weder bemüßigt fühlte, sich zu entschuldigen, noch ein verärgertes "Können S’ nicht zur Seite gehen?" verkneifen konnte. Und als ein Baby zu weinen begann, dauerte es keine Millisekunde, bis der erste meinte: "Heast, der Flug fängt ja wieder gut an." In puncto Freundlichkeit könnte Wien ruhig amerikanisiert werden.