Meinung | Kolumnen | Meine Stadt
05.10.2017

Wiener Wohnen. Not

Wie weit ist es da mit der Wohnungsnot? Etwas flotteres Handeln täte not.

Mag. Uwe Mauch | über Wiener Wohnen

Die langjährige Nachbarin meiner Eltern ist im August des Vorjahrs verstorben. Das hat die Eltern naturgemäß traurig gestimmt. Traurig stimmt uns jetzt auch Wiener Wohnen, und das hat zwei Gründe:

# Zum einen kamen nach dem Ableben der Mieterin von der Gemeinde engagierte Bauarbeiter. Die rissen streng nach Vorschrift auch das aus der Wohnung, was niet- und nagelfest war. Besonders schade ist es dabei um die von einem Tischler teuer, aber gut gearbeiteten Einbaumöbel. Nicht nur um sie. Alles flog vom Balkon im zweiten Stock runter auf die Wiese. Blöd! Möglich, dass bald eine junge Familie einziehen wird, die vielleicht nicht alles, aber so manches für den Anfang gut gebrauchen hätte können. Vom viel beschworenen Gedanken der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes ganz zu schweigen.

# Womit wir auch schon beim zweiten Punkt sind: Politiker im Rathaus und in unserem Bezirksamt erklären uns oft, dass es in Wien viel zu wenige Wohnungen gibt, dass deshalb heute und auch morgen viel neu gebaut werden müsse. Das leuchtet mir ein. Weniger verstehen kann ich, dass die Wohnung einer Verstorbenen nun schon seit 14 Monaten leer steht und dass niemand einziehen kann. Wie weit ist es da mit der Wohnungsnot? Etwas flotteres Handeln von Wiener Wohnen täte not.