über Bodyshaming-Werbung
06/14/2016

Thank you, Mr. Khan

von Julia Pfligl

Die dürre Unsympathlerin hat tatsächlich einen wunden Punkt getroffen.

Julia Pfligl | über Bodyshaming-Werbung

"Are you beach body ready?" – "Bist du bereit für den Strand?" steht da in riesigen Lettern auf neongelbem Hintergrund, daneben eine bedrohlich dreinblickende Blondine mit Minimal-Bikini und (digital nachbearbeiteter) Maximal-Thigh-Gap. Nein, bin ich nicht, denke ich schuldbewusst und blicke meine Oberschenkel hinab – weit und breit keine Lücke in Sicht. Anstatt meinen freien Abend im Fitnessstudio zu verbringen, bin ich wieder einmal zum Essen verabredet, meinen Bikini habe ich eine Nummer größer gekauft. Verdammt. Das hätte die Blonde niemals getan. Die dürre Unsympathlerin hat mit ihrer frechen Frage also tatsächlich einen wunden Punkt getroffen. Wohl nicht nur bei mir.

Das Plakat – eine Werbung für beach-body-ready-machende Proteinshakes – hing bis vor Kurzem in der Londoner U-Bahn, wo täglich Hunderttausende junge Frauen vorbeigehen. Sadiq Khan, neuer Bürgermeister der Stadt, ließ nun jede Art von "Bodyshaming" – also Werbung, die Frauen suggeriert, wie sie auszusehen hätten – verbieten. Als Vater zweier Teenager-Töchter könne er die Art von Reklame nicht länger vertreten. Ziemlich cool, der Herr Khan. Vielleicht könnte er stattdessen folgende Anleitung zum perfekten Beach Body plakatieren lassen: 1. Have a body. 2. Go to the beach. Fertig.

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