Meinung | Kolumnen | Meine Stadt
13.07.2017

Mit dem F a h r r a d!

Ich freue mich ferner, dass die Autofahrer mehr Rücksicht auf uns Radfahrer nehmen.

Mag. Uwe Mauch | über Radfahren in Wien

So eine ungebremste Freude! Er hat heute schon wieder eine Schallmauer durchbrochen! Weniger als zwanzig Minuten! Strahlt der Kollege mit der Morgensonne um die Wette. Vom siebenten in den neunzehnten Bezirk, nicht mit seinem Auto, sondern mit dem F a h r r a d!

Ich freue mich mit ihm – und auch mit dieser Stadt. Die es auch langjährig-leidenschaftlichen Autofahrern erlaubt, ihre tägliche Fortbewegung neu zu gestalten.

Ein guter Freund von mir ist ein weiteres Beispiel für neu gewonnene Lebensfreude: Wie sehr hatte der seinen weißen Fiat Uno geliebt! Unomatico hat er ihn liebevoll genannt. Überall ist er mit ihm hingefahren, manchmal auch nur ums Eck. Bis er bei einer Veranstaltung im Rathaus von Stadtentwicklern gehört hat, dass weniger Autos in der Stadt mehr Lebensqualität einbringen. (Dass er derzeit mit seinem Faltrad den Eisernen-Vorhang-Radweg abfährt, ist eine andere Geschichte.)

Ich freue mich ferner, dass die Autofahrer in Wien in der Tendenz mehr Rücksicht auf uns Radfahrer nehmen. Beim Überholen auf der Straße halten sie deutlicher Abstand. Und wann und wo hätte es dies vor ein paar Jahren gegeben: dass auf einer großen Vorrangstraße zwei Autofahrer gleichzeitig stehen bleiben, um dem Radfahrer die Vorfahrt zu überlassen.