Meinung | Kolumnen | Meine Stadt
11.05.2017

Danke, Schurl!

Hier ein „Grüß’ Sie“, dort ein „Wie geht’s?“ Und dann hört er auch schon, wer mit wem ein Problem hat

Mag. Uwe Mauch | über Wiens Mieterbeiräte

Der Schurl wohnt schon seit dem Jahr 1954 bei uns im Gemeindebau. Daher weiß er: „Seit der Erfindung des Menschen geht es immer und überall um dieselben Konflikte, auch bei uns. Die Leute stören in erster Linie Lärm, Gestank und Haustiere.“ Jetzt, wo er im Ruhestand ist, möchte er dazu beitragen, dass sich seine Nachbarn so wohl wie möglich fühlen. Und so geht er mit offenen Augen aus dem Haus.

Hier ein „Grüß’ Sie“, dort ein „Wie geht’s?“ Und dann hört der Mieterbeirat auch schon, wer mit wem ein Problem hat. Wichtig erscheint ihm der Hinweis: „Die meisten leben seit vielen Jahren hier und haben noch nie einen Konflikt mit einem Nachbarn begonnen.“ Und wenn doch, dann sei das halb so schlimm: „Die meisten Konflikte regeln die Mieter selbst.“

Zum Lärm könnte der Schurl eine eigene Abhandlung schreiben: „ Wien verkauft sich gerne als Weltstadt der Musik, aber wenn die Nachbarin auf der Geige übt, hört sich das mit der Weltstadt schnell auf.“

Nach der Sanierung unseres Baus ist unser Schurl viel geschurlt, um Ungereimtheiten bei der Abrechnung (zu Ungunsten der Mieter) aufzuklären. Ohne für sein Engagement auch nur einen Cent eingestreift zu haben. Und was muss er sich bei der Mieterversammlung von einem Nachbarn sagen lassen? „Der Blade habert um unser Geld.“