Meinung | Kolumnen | Meine Stadt
24.08.2017

Auf ić

Nun kommt es aber in Wien ab und zu vor, dass eine Frau ihr ić im Familiennamen durch Heirat erwirbt.

Mag. Uwe Mauch | über oft Unverhofftes

Vielleicht war die Pädagogin einfach nur abgelenkt, bissl müde, mit ihren Gedanken bei anderen Schülern oder auch schon im Wochenende. Ich will das hier gar nicht dramatisieren, aber auch nicht unter den Tisch kehren, weil recht g’scheit war es nicht, was eine Deutsch-Professorin in einem als liberal geltenden Wiener Gymnasium erklärte.

Der Mutter einer Schülerin, deren Familienname – also, ähm – auf endet, gab sie in einer Sprechstunde sinngemäß mit auf den Weg, dass nicht jedes Kind in Wien die deutschsprachigen Klassiker mit der Muttermilch aufsaugen kann.

Nun kommt es aber in Wien ab und zu vor, dass eine Frau ihr im Familiennamen durch Heirat erwirbt und über die deutschsprachigen Klassiker auch einiges zu sagen hat, weil sie unter anderem Germanistik studiert hat. Und dass ihr Mann, der Importeur des , Deutsch ohne Akzent spricht.

Apropos die Gedanken woanders: Hatte wohl auch eine langjährige Führungskraft des ARBÖ, die sich von Volkswagen geprellt fühlt, weil ihr schnuckeliger SUV-Diesel doch nicht so umweltfreundlich ist, wie in der Werbung behauptet. Volles Verständnis für ihren Frust, aber: Zwei Tonnen durch Wien bewegen und damit die Stadtgartenamtsblumen verschonen oder gar zum Blühen bringen, das geht sich irgendwie nicht aus.