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19.10.2017

Acht Tote. Nur tragisch!

Weder Arbeitgeber- noch Arbeitnehmer-Vertreter fühlen sich für die Opfer dieses Brutalo-Systems zuständig.

Mag. Uwe Mauch | über sieben tote Pflegerinnen

Der Unfalltod von sieben slowakischen Pflegerinnen und ihres Chauffeurs will mir nicht aus dem Kopf gehen. Nur tragisch! Die sieben Frauen, die in Österreich alte Menschen betreut haben, waren allesamt auch Mütter.

Zur Trauer gesellt sich der Ärger: Mitarbeiter des Instituts für Personenbetreuung (IPB) erheben seit Monaten schwere Vorwürfe gegen „ein mafiöses Netzwerk, in dem nicht nur die Pflegerinnen ausgenützt und eingeschüchtert werden, sondern auch deren Chauffeure“. Demnach müssen diese auf Teufel komm raus aufs Gaspedal treten, um über die Runden zu kommen. Der Verkehrsunfall am vergangenen Wochenende sei eine logische Folge der Missstände – und nicht der erste.

Auch mancher heimischer Vermittler zwingt seine Kräfte vertraglich dazu, mit agentureigenen überteuerten Taxis zu fahren. Eine Pflegerin, die via Facebook kritisiert hat, dass man in Rumänien Ausbildungsdiplome kaufen kann, ist zudem mit einer Existenz bedrohenden Klage konfrontiert.

Im IPB klagt man: Weder Arbeitgeber- noch Arbeitnehmer-Vertreter fühlen sich für die Opfer dieses Brutalo-Systems zuständig. Die Wirtschaftskammer vertritt die Agenturen, und die Gewerkschaft winkt ab, weil Fahrer und Pflegerinnen nicht angestellt, sondern selbstständig arbeiten (müssen).