über die Herrengasse
02/26/2016

Kurz, aber oho

von Anna-Maria Bauer

Eine Adelssitz-Dichte, mit der es kaum eine andere Straße in Wien aufnehmen kann.

Anna-Maria Bauer | über die Herrengasse

Dreieinhalb Minuten im Laufschritt. So lange braucht man vom einen Ende der Herrengasse bis zum anderen. Das weiß ich, weil ich beim Billa auf der Freyung erkannte, dass ich für mein Treffen im Café Griensteidl bereits viel zu spät dran war.

Zwei Stunden später ging es die Herrengasse gestärkt mit Kaffee und um einige Anekdoten reicher wieder zurück. Diesmal entspannt und interessiert an meiner Umgebung. Einmal ohne Einkaufstaschen unterwegs und den Blick nicht aufs Handy gerichtet. Dabei musste ich erkennen, dass ich die Herrengasse davor offenbar nie wirklich mit offenen Augen entlangspaziert war. Ich habe sie wohl zu Unrecht übergangen.

Wussten Sie, dass in der Gasse immer noch zehn Palais stehen? Das ist eine Adelssitz-Dichte, mit der es kaum eine andere Straße in Wien aufnehmen kann. (Knapp die Hälfte davon gehört übrigens der Stiftung von Billa-Gründer Karl Wlaschek.) Auch das erste Hochhaus der Stadt steht hier. Auf Nummer 10 war Österreichs erstes Mädchenrealgymnasium untergebracht. Und auf Nummer 5 wohnte einst jener schrullige Mann, der nach dem Ringtheaterbrand die Wiener Rettung ins Leben rief. So viel Wiener Geschichte auf 500 Metern.

Eigentlich genug Stoff, um ein Buch zu füllen.

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