Meinung | Kolumnen | Meine Stadt
01.10.2015

1220 Wien, Tokiostraße

Eine Art Tokio entsteht derzeit auch auf dem Donaufeld im 22. Bezirk, in der Donaustadt. Eine Tokiostraße gibt es bereits.

Mag. Uwe Mauch | über die Tokiosierung

Nix gegen Tokio! Eine moderne Stadt, eine große Stadt, die Hauptstadt der Japaner, aber auch eine Stadt, die komplett zubetoniert wurde, die den Menschen viel Raum zum Arbeiten und wenig Raum zum Atmen lässt.

Eine Art Tokio entsteht derzeit auch auf dem Donaufeld im 22. Bezirk, in der Donaustadt. Eine Tokiostraße gibt es bereits. Und die gibt die Richtung vor: Beton statt Bäume, Straßenbahnschienen statt Sträucher, vom naturbelassenen Donaufeld ist hier nicht mehr viel übrig geblieben. Peter Henisch hatte wohl recht: Die Bagger fressen unsere Kindheit auf!

Die Architektur in der Tokiostraße erinnert an die neuen Wohnhausschluchten in der Seestadt Aspern, beim Hauptbahnhof oder hinterm Praterstern. Nach dem Ersten und auch nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Wohnungsnot deutlich größer war und das Baumaterial Mangelware, wurde schon einmal großzügiger, menschengerechter gebaut.

Aus nachvollziehbaren Gründen haben sich Anrainer zu einer Bürgerinitiative zusammen getan. Sie befürchten eine weitere Tokiosierung der noch nicht bebauten Grünstreifen zwischen der Donaufelder Straße und der Alten Donau. Einige vergessen dabei, dass das Haus, in dem sie wohnen, auch auf einem Grundstück steht, das zubetoniert wurde.