über Rockfestivals
06/17/2013

Nova Röckchen

von Georg Leyrer

Kaum eine Band, die jünger ist als zwei Jahrzehnte, füllt ein Fußballstadion (das schaffen nur blonde DJs).

Georg Leyrer | über Rockfestivals

KISS haben ja, so als Band gesehen, einen Riesenvorteil: Sie könnten in ihre Gesichtsmasken gleich ein wenig Antifaltencreme einmischen. Quasi: Anti-Aging mitten im Berufsleben.

Nicht alle großen Rockacts haben so viel Glück. Längst wurden bei vielen alternden Festivalheadlinern und Stadthallenbefüllern Sex, Drugs und Rock’n’Roll von weitergehenden Gefahren des beruflichen Alltags abgelöst. Kein Arbeitsinspektorat überprüft, ob die E-Gitarre zu schwer ist fürs lädierte Rockstar-Kreuz, ob nicht die einst eingeübten Bühnenverrenkungen eine Gefahr für den Vorpensionsalter-Rockstarkörper darstellen.

Ja, der Rock wird ewig leben. Aber dabei auch nicht eben jünger. Schon stehen in Opernhäusern oft jüngere Künstler auf den Bühnen als bei Festival-Headlinern. Spannend daran ist: Kaum eine Band, die jünger ist als zwei Jahrzehnte, füllt ein Fußballstadion (das schaffen nur blonde DJs). Macht ja nichts: Die Popmusik-Bombastriesenshow war ohnehin nie der allersympathischste Teil des Business, vielleicht naht einfach deren Pensionierung.

Die großen Rockfestivals aber müssen weiter zugkräftige Massenheadliner für Zehntausende Leute finden. Oder zugeben, dass es ohnehin mehr um die Party als um die Musik geht, und bandmäßig kleiner treten (wie das heurige Nova Rock). Festival mit Mini-Rock, quasi. Arbeitstitelvorschlag: Nova Röckchen.

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