über den Umgang mit dem Kunstfund
11/17/2013

Immer tiefer

von Georg Leyrer

Es ist kein Budget-, sondern ein moralisches und rechtliches Loch, das sich derzeit in Deutschland auftut.

Georg Leyrer | über den Umgang mit dem Kunstfund

Es ist kein Budget-, sondern ein moralisches und rechtliches Loch, das sich derzeit in Deutschland auftut. Und die Überraschung über dieses Loch ist mindestens so geheuchelt wie die österreichischen Reaktionen auf die auftauchende Budgetlücke.

Den Ausgangspunkt nahm das deutsche Loch in einer Münchner Wohnung: Dort wurden vor eineinhalb Jahren 1406 Kunstwerke entdeckt, die in der NS-Zeit den Besitzer gewechselt haben.

Und seitdem helfen einander die deutschen Behörden und Politiker in einer unseligen Allianz, dieses Loch immer tiefer zu graben. Fast 70 Jahre nach Kriegsende tut man überrascht darüber, dass es private Kunstsammlungen gibt, die Werke von zweifelhafter Herkunft beinhalten. Und man tut ebenso überrascht, dass diese Sammlungen von keinem Rückgabegesetz erfasst sind. Hochrangige Politiker wollen jetzt Verjährungsfristen aufheben und so ein Gesetz eilig herbeischaffen, als wäre ihnen diese Möglichkeit gerade erst in den Sinn gekommen.

Die sich zuständig fühlende Staatsanwaltschaft ist vielleicht überhaupt nicht zuständig, sucht aber nach Delikten, die die Beschlagnahmung rechtfertigen könnten. Die Erben der Bilder werden wieder einmal vertröstet und mit Möglichkeiten von Versprechungen abgetan. Und anstatt mit dem Sammlersohn Lösungen zu suchen, ist man nicht einmal in Kontakt. Es geht immer tiefer.

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