über die Sanierung des Künstlerhauses
07/17/2015

Einmal Grund zum Jubel

von Thomas Trenkler

Der Kulturstadtrat hat außer Abblocken rein gar nichts tun müssen

Thomas Trenkler | über die Sanierung des Künstlerhauses

Manche Geschichten lösen sich dann doch in Wohlgefallen auf. Ein Jahrzehnt lang, wenn nicht noch länger, bettelte die Gesellschaft bildender Künstler, die Stadt Wien möge ihr bei der Sanierung des arg ramponierten Künstlerhauses helfen. Das historistische Gebäude, eigentlich ein Juwel, sei zum Schandfleck verkommen. Selbst Beppo Mauhart, eifriger Lobbyist in Sachen Künstlerhaus mit direktem Draht zum Bürgermeister, scheiterte: Der Kulturstadtrat wehrte gefinkelt jede Bitte ab. Eine Unterstützung könne es nur geben, wenn auch der Bund ein Drittel beisteuere. Doch der Bund sah keinen Grund, die Wiener Institution zu sanieren. Nun aber zahlt der kunstaffine Unternehmer Hans Peter Haselsteiner die Chose.

Und so können alle jubeln: Das 1868 errichtete Künstlerhaus, das sein 150-Jahr-Jubiläum in ganzer Pracht feiern wird. Die österreichische Kunst, die man auf etwa 4000 Quadratmeter präsentieren will (sie wird dort sicher von weit mehr Menschen als im Essl Museum in Klosterneuburg gesehen werden). Die Albertina als künftiger Kooperationspartner. Und ganz besonders der Kulturstadtrat. Denn er hat außer Abblocken rein gar nichts tun müssen – und kann nun von einer Aufwertung des Kunstplatzes Karlsplatz schwärmen.

Ganz aus der Pflicht können wir ihn aber nicht nehmen: Sein Job ist es, die Finanzierung für das Wien Museum aufzustellen. Das wollte er übrigens schon vor fünf Jahren erledigt haben.

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