über Zensur
12/07/2012

Die Zensurhinichen

von Georg Leyrer

Zensur ist abzulehnen, aber vielleicht könnte man sich ganz viele hiniche Äußerungen einfach von vornherein sparen.

Georg Leyrer | über Zensur

Zensur gebe es in jedem Land der Welt, Verleumdungen und Beleidigungen „muss man zensurieren“, sagt der heurige Literaturnobelpreisträger, und man staunt und empört sich.

"Die Hinichen", eine als sexistisch kritisierte Band, hätten gerne den Gasometer mit textlichen Finessen beschallt, deren Abdruck wir uns ersparen. Manches reimt sich da etwa auf „forsch“ oder „Seidl“, die Band führt Humor ins Treffen. Die Wiener Grünen haben Einspruch erhoben, dass diese Band im Gasometer – der Betreiber erhält Förderungen der Stadt Wien – auftritt, der Gig wurde abgesagt.

Woraufhin die Wiener FPÖ ihr Herz für eine Band gefunden hat, deren Themenspektrum auch „Gruppensex im Pensionistenheim“ umfasst, und vor kommender „Zensur“ und „grünen Herrenmenschen“ warnen zu müssen glaubt.Die Band selbst sieht die Methoden der Grünen nahe am Fall „Pussy Riot“.

Russisches Arbeitslager ist sicher ganz schön forsch, denkt man sich, und lacht kurz herzlich. Bevor einem ein wenig schwindlig wird.Dann versteigt sich ein Gratisblatt dazu, Muslime zu schmähen. Reue und Entschuldigung folgen auf dem Fuß, der Chefredakteur kündigt Konsequenzen an.Und da wäre man dann doch gern Nobelpreisträger, um zu schreien: Zensur ist abzulehnen, aber vielleicht könnte man sich ganz viele hiniche Äußerungen einfach von vornherein sparen.

georg.leyrer@kurier.at

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.