über einen Spar-Schäler
12/16/2014

Wunderschön und unverbesserlich

von Doris Knecht

Ein wunderbares Weihnachtsgeschenk: edel, elegant, haltbar.

Doris Knecht | über einen Spar-Schäler

Am Samstag war ich im Haushaltswarengeschäft, bezahlte dort 3,90 Euro und durfte daheim aus einer alten Zeitungsseite einen wunderschönen Gegenstand auswickeln (unboxing heißt das auf neumodisch, und das Internet ist voller Videos, in denen Leute Dinge unboxen; merkwürdige Welt). Einfach, leicht, elegant, funktionell, eines dieser Objekte, die immer schon so perfekt waren, dass man sie nicht besser machen kann: einen Spar-Schäler, Modell Rex. Ein optimal gebogener Streifen Stahlblech, eine bewegliche Klinge, ein kurzes, dünnes Rohr, das Stabilität garantiert, kein Plastik. Ein perfektes, nicht verbesserungsfähiges Werkzeug, das jeder Haushalt braucht, sofern dort gekocht wird.

Und damit auch ein wunderbares Weihnachtsgeschenk: edel, elegant, haltbar. Und: immer gut, wenn man einen extra hat. Erstens, wenn Gäste mitkochen. Zweitens neigt dieses perfekte, 1947 in der Schweiz erfundene Werkzeug leider dazu, im Eifer größerer Koch-Gefechte von Bergen von Kartoffel-, Äpfel- und Karotten-Schalen (Schälfara heißt das dort, wo ich herkomme, ein perfektes Wort) mitunter verschluckt und mit ihnen irrtümlich entsorgt zu werden. Das ist jedenfalls zu vermuten, nachdem der alte Schäler partout nicht mehr aufzufinden war. Schade darum.

Der Spar-Schäler wirft übrigens auch Glaubensfragen auf. Es soll nämlich Leute geben, die beim Spar-Schälen auf das Modell Famos schwören, das 1936 in Deutschland patentiert wurde (das auch noch), und mit längs liegender Klinge aufwartet. Es ist der Autorin völlig unverständlich, wie man den Famos dem Rex vorziehen kann, da er zudem, im Unterschied zum Rex, Linkshänder diskriminiert (für die, okay, ein eigenes Famos-Modell erhältlich ist). Und er liegt durch den schmalen Griff nicht gut in der Schäl-Hand. Und es zwingt zu ergonomisch bedenklicher Haltung. Weg damit. Her mit Rex.

Und das war für heute die Rubrik "Schön und unverbesserlich". Nächstes Mal: die Wäscheklammer. Auch ein super Geschenk.

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