über eine Flughafen-Odyssee
03/16/2017

With a little Help von der Lady in Red

von Doris Knecht

Es war eine dieser Situationen, in denen klar war: Ohne fremde Hilfe schaffst du das nicht.

Doris Knecht | über eine Flughafen-Odyssee

Ich hatte eine Lesung in Hamburg. Ich buchte bei der Austrian einen Flug. Am Abend vor dem Abflug versuchte ich, mich online einzuzuchecken, und wurde informiert, dass das aus technischen Gründen nicht möglich sei, ich solle mich vor dem Abflug an einen Schalter wenden. Ich druckte die Flugbuchung aus – der Flug wurde von Germanwings durchgeführt – und fuhr noch früher als üblich zum Flughafen (und ich bin eine notorische Zufrühkommerin), man weiß ja nie.

Der Flug ging um 9.05 Uhr, es war 7.35, aber als ich die Traube vor den Check-in-Schaltern sah, wurde mir etwas bang. Eine Dame in Rot sagte, nein, diesen Flug könne ich leider nicht an einem der Automaten einchecken: ob ich einen Laptop dabei habe, ich solle es doch online auf der Germanwings-Seite machen. Gute Idee, danke! Ich fand einen Ort, an dem ich meinen Laptop ablegen konnte, loggte mich ein, drückte den Check-in-Button, gab meine Buchungsnummer ein, aber die Seite fand keinen zugehörigen Flug. Ich registrierte mich bei Germanwings mit allen Daten, den Flug fand das System trotzdem nicht. Ich ging zurück zum Check-in-Schalter: die Traube hatte sich in eine Menschenmasse verwandelt.

Er war jetzt 8.02 Uhr. Es war eine dieser Situationen, in denen klar war: Ohne fremde Hilfe schaffst du das nicht. Ohne Hilfe kommst du nicht ans Ziel. Ich ging noch einmal zu der Frau in Rot, die mir den Tipp mit dem Web gegeben hatte: Sie nahm meinen Laptop und schaute selbst hinein: Oh, okay, die nehmen die Austrian-Buchungsnummer nicht an, ich müsse an den Schalter. Dann warf sie einen Blick auf die Situation dort und sagte: Geben Sie mir Ihren Ausweis. Ich fischte meinen Pass aus der Tasche. Die Frau ging an einen Schalter und bat eine andere Austrian-Mitarbeiterin, mich einzuchecken. Fenster oder Gang? Sie reichte mir die Bordkarte. Ich bedankte mich überschwänglich. Kein Problem, sagte die Frau in Rot. Ich glaube, ich werde jetzt auch einmal eine Zeit lang nur Rot tragen, als Hommage, und als Zeichen meines Danks.

doris.knecht Doris Knecht

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