über die Wahl am Sonntag
05/21/2016

Welches Auto wollen Sie?

von Doris Knecht

Gehen Sie wählen, auch wenn keiner der Kandidaten Ihre ganze Sympathie hat.

Doris Knecht | über die Wahl am Sonntag

Diese Kolumne schreibe ich jetzt seit fast genau zehn Jahren, und in dieser Zeit hat sie schon ein paar Wahlen mitgemacht. Ohne dass hier je eine Wahlempfehlung abgegeben wurde: Und das geschieht auch jetzt nicht, auch wenn wir vor einer für dieses Land so wichtigen Wahl stehen.

Sie sind erwachsen, Leserin und Leser, und offenbar lesen Sie eine oder mehrere Tageszeitungen, sonst wären Sie jetzt nicht hier. Sie sind in der Lage, sich ein Urteil über die beiden Kandidaten zu bilden, und vermutlich haben Sie das längst getan. Aber nur für den Fall, dass Sie noch unsicher sein sollten, erlaube ich mir, Ihnen ein paar Gedanken mit in die Wahlzelle zu geben. Oder falls Sie tatsächlich erwägen sollten, gar nicht zu dieser Wahl zu gehen, weil keiner der beiden Kandidaten Sie begeistert: Überlegen Sie noch einmal.

Gehen Sie wählen, auch wenn keiner der Kandidaten Ihre ganze Sympathie hat. Denn trotzdem wird einer der beiden Männer nach dem Sonntag Ihr Bundespräsident, und Sie sollten darüber mitbestimmen, weil es große Auswirkungen nach innen und nach außen haben wird, wer das ist. Im Netz kursiert dazu ein sehr anschauliches Beispiel: Es zeigt zwei alte Autos, die man wahrscheinlich beide nicht fahren möchte. Aber, wird im Text gefragt, falls man eins davon fahren müsste: Würde man dann den Nachbarn entscheiden lassen, mit welchem man in Zukunft fährt? Nein, würde man nicht. Man würde die Wahl, und sei sie noch so unbefriedigend, lieber selber treffen. Das gilt noch viel mehr, wenn es um einen Präsidenten geht.

Und darum, welche Gesinnung unser Land künftig prägt: Was für eine Gesellschaft wollen wir sein? Wie wollen wir mit Problemen umgehen? Wollen wir Schuldige finden – oder Lösungen? Wie wollen wir im Ausland wahrgenommen und repräsentiert werden? Sollen Angst und Hass unsere Leitkultur sein oder Hoffnung und Aufbruch? Es ist unsere Wahl. Wir müssen sie sehr sorgfältig und vernünftig treffen, für uns, unsere Zukunft, unser Land, unsere Kinder.

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