√ľber das Tragische, Traurige und das B√∂se
03/29/2015

Was tun gegen die Hilflosigkeit?

von Doris Knecht

Die Welt wird durch das Internet klein

Doris Knecht | √ľber das Tragische, Traurige und das B√∂se

Das sei so resignativ, sagte ein Bekannter √ľber die letzte Kolumne, in der dar√ľber sinniert wurde, wie man mit all dem Leid auf der Welt umgehen soll. Die Welt wird durch das Internet klein, und so kommt einem auch das Ungerechte, das Tragische, Traurige, das B√∂se darin sehr nah, aber etwas dagegen zu tun ist dennoch schwierig. Aber man m√ľsse es doch versuchen, sagte der Bekannte, man k√∂nne doch nicht einfach sagen: Es tut mir leid, es geht mir nahe, es beelendet mich, es entsetzt mich, aber ich bin machtlos, und ich kann nicht viel mehr tun, als meiner Ersch√ľtterung Ausdruck zu verleihen, sie zu teilen.

Oder zumindest: wenig. Man kann regelm√§√üig an Institutionen spenden, die, wenn schon nicht die Ungerechtigkeit der Welt, so doch wenigstens ihre Folgen etwas zu lindern versuchen. Man kann ehrenamtlich f√ľr eine Hilfsorganisation arbeiten. Leser Gregor F. bes√§nftig sein schlechtes Gewissen mit Mikrokrediten an ganz konkrete Kleinunternehmen, die deren Leben und die Zukunft ihrer Kinder grundlegend ver√§ndern (www.kiva.org).

Und Leserin Lisa P. schreibt, wenn man schon nichts anderes tun k√∂nne, so k√∂nne man wenigstens lieb sein. So viel wie m√∂glich lieb sein und freundlich, zu den Menschen um sich herum, und zu sich selbst. Und unbedingt zu den Kindern, nett zu ihnen sein und sie mit allem Bem√ľhen zu freundlichen Menschen erziehen, die in der Lage sind, freundlich zu anderen zu sein, aufmerksam, r√ľcksichtsvoll, wach und sozial. Und die in der Lage sind, mit √Ąrger und Unmut so zu verfahren, dass er nicht in Hass auf andere umschl√§gt, dass er sie nicht in Kriege treibt und dazu, anderen die K√∂pfe abzuschlagen. Die Erwachsenen k√∂nne man nicht mehr gut √§ndern, sagt Lisa P., die Hasserf√ľllten lassen sich kaum zum Freundlichsein √ľberreden; nur bei den Kindern k√∂nne man ansetzen ‚Äď und bei sich selbst. Ja. Stimmt. Freundlichen Sonntag!

Am Di, 7. April, liest Doris Knecht im Rabenhof mit Sami Loris aus ihrem neuen Roman "Wald".

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