über Variationen von Garnichts
12/07/2014

Variationen von Garnichts

von Doris Knecht

Und zwischendurch: nichts tun, einfach gar nichts: schönes Wochenende.

Doris Knecht | über Variationen von Garnichts

Alles jammert über das trübe Wochenend-Wetter, nur Ihre Autorin freut sich. Denn was kann man an so einem grauen, noch dazu für die meisten extra-langen Wochenende schon tun? Gar nichts, richtig. Oder friedliche, Kreislauf-schonende Variationen von herrlichem Garnichts.

Vielleicht am Samstag schnell raus und am Bauernmarkt das Notwendigste kaufen. (Auf dem Weg dorthin überfuhr ich auf einem neu angelegten Radstreifen gleich mehrere Inline-Skate-Verbotsmarkierungen. Interessant, denn in gut 25 Jahren innerstädtischen Radfahrens stieß ich auf Radwegen und Radstreifen auf alle denkbaren Hindernisse und Gefahren, darunter Hunderte haltende und parkende Autos mit oder ohne Fahrer, und mindestens ebenso viele große und kleine Lkw, die den Radstreifen ungeniert und ungehindert als Ladezone nutzten. Weil, eh, wo sollen sie sonst stehen bleiben, auf der Straße vielleicht? Da würde ja der Verkehr behindert, also der richtige Verkehr.

Aber nicht ein einziges Mal – in Zahlen: null Mal – begegnete mir auf meinen Alltags-Radfahrten ein Inlineskater auf einem Radstreifen. Hier mein warmer Dank an die fürsorgliche Gemeinde Wien, die sich mit aufwendigen, rot-weiß-schwarzen Bodenmarkierungen durchgestrichener Rollschuhe darum kümmert, dass das auch künftig so bleibt.

Dann aber gleich wieder in die warme Wohnung und sich niederschwelligen Indoor-Aktivitäten widmen. Sofakissen ausschütteln. Zeitung lesen. Radio hören. Einem Germteig beim Gehen zuschauen. Kochen natürlich, vorzugsweise Gerichte, die man ohne großen Aufwand zusammenmischt und die dann auf kleiner Flamme stundenlang wohlriechend vor sich hin köcheln. Kochbücher lesen. Kekse backen. Bissl zsammräumen und vielleicht den Kleiderschrank aussortieren. Oder darüber nachdenken, ob man vielleicht den Kleiderschrank aussortieren soll. Den Roman, der am Nachtkastl langsam Staub ansetzt, endlich weiter-, im Idealfall sogar fertiglesen. Einen Brief schreiben. Am Sofa knotzen und telefonieren. Weihnachtsgeschenke-Listen machen. Serien am Stück anschauen, fünf, sechs, alle Folgen hintereinander. (Zum Beispiel „The Leftovers“, Lieblingsserie aus 2014). Scrabble spielen. Und zwischendurch: nichts tun, einfach gar nichts: schönes Wochenende.

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