über Leserreaktionen zu Hundsstrümmerln
03/17/2013

Überraschung im Elektropostfach

von Doris Knecht

Das Mail machte baff

Doris Knecht | über Leserreaktionen zu Hundsstrümmerln

Es war nett auf der Leipziger Buchmesse: Gespräche übers Lesen, über Literatur, übers Büchermachen und -verkaufen. Man humpelte durch die Jugendbuch-Halle und traf nicht nur auf Hunderte Jugendliche in Manga-Verkleidung, sondern auch auf Legionen lesenärrischer Kids, die in Büchern versanken, über sie diskutierten, auf Polstern lümmelnd Lesungen lauschten. Man war froh, dass die Österreicher einen anständigen Kaffee servierten. Man schüttelte dem neuen Leipziger Buchpreisträger David Wagner die Hand und begann, wieder daheim, gleich mit der Lektüre seines Romans „Leben“.

Und man stieß, als man später das Elektropostfach öffnete, auf Dutzende Lesermails, deren Großteil sich auf die Hundstrümmerl-Kolumne „Das ist einfach Scheiße“ bezog.

Einer davon war derart, dass ich ihn ausnahmsweise zur Gänze abdrucken möchte. Er geht so: „Sehr geehrte Fr. Knecht, ich bin 50 Jahre alt und genau so lange lebe ich hier in Wien und genauso lange hatte ich NOCH NIE ein Problem mit Hundekot in dieser Stadt !!! Als Katzenfan besitze ich (wir) keinen Hund, aber hin und wieder müssen wir Hunde sitten und das tun wir dann auch gerne, aber mir würde nicht im Traum einfallen, den Hundekot wieder einzusammeln! Bekanntlich bezahlen die Hundebesitzer/innen auch Hundesteuer, da sollte eine Reinigung (falls überhaupt notwendig) drinnen sein. Wenn Leute keine größeren Sorgen haben als dieses thema, dann beneide ich sie.... Mit freundlichen Grüßen, Karin R., Wien“.

Das Mail machte baff. Und zwar, nach einigem Herumwälzen, aus einem durchaus positiven Grund: Weil diese Einstellung selbst in Wien mittlerweile isoliert und gestrig wirkt. Die meisten Hundehalter haben es nämlich längst kapiert... Gut.

Doris Knecht hat soeben ihren neuen Roman „Besser“ bei Rowohlt Berlin veröffentlicht und präsentiert das Buch gemeinsam mit der Schauspielerin Ursula Strauss am kommenden Donnerstag, 21. 3., im Rabenhof. Karten: www.rabenhof.at

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