über syrische Flüchtlingskinder
03/16/2014

Schlagartig letztrangige Jeans

von Doris Knecht

Schlagartig letztrangige Jeans

Doris Knecht | über syrische Flüchtlingskinder

Kürzlich neue Jeans gekauft. Ewig probiert, dann welche erwählt, daheim vorm Spiegel gehirnt, ob nicht doch die anderen besser gepasst hätte. Dann einen Filmbericht aus den Flüchtlingslagern um Syrien gesehen: Die Jeans waren schlagartig letztrangig.

Im Radio habe ich einen Flüchtlingshelfer von Kindern erzählen gehört, die noch nie frisches Obst gesehen haben und nie Fleisch essen. Kinder, die, wie Caritas-Präsident Michael Landau sagt, "nichts anderes kennen als Krieg." Was man sich einmal vorzustellen versuchen muss, vielleicht mit den eigenen Kindern oder den Enkeln. Kaum möglich. Ist aber in Syrien Fakt.

Drei Jahre dauert der Bürgerkrieg in Syrien nun schon, über acht Millionen Menschen, mehr als die Hälfte davon Kinder, sind auf der Flucht. 2,5 Millionen davon haben Syrien verlassen und sind in den Flüchtlingslagern in Jordanien, Libanon, Türkei und Irak untergekommen. Auch darunter: mehr als eine Million Kinder. Traumatisierte Kinder, die zum Teil ohne Eltern flohen, die Tod und Entwurzelung und Vertreibung erlebt haben, die nie viel hatten, und jetzt gar nichts mehr, außer ihr nacktes Leben. Es sei, sagt Landau, "die größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit." Er sagt: "Wir müssen diesen Kindern beistehen und uns um sie kümmern."

Ja, das müssen wir. Besser: Wir müssen denen, die es tun, helfen: mit Geld. Bitte spenden Sie an eine der Organisationen, die in Syrien und den Flüchtlingslagern helfen, an die Caritas, KW Flüchtlingshilfe Syrien, Kto. 7.700.004, Blz. 60000. Oder an die Ärzte ohne Grenzen, Kto. 518 548, Blz. 32000. Oder an "Nachbar in Not" per SMS an 0664 660 44 66, Text: "Syrien" und den Spendenbetrag. Danke.

Und, ach ja, Österreich muss viel mehr Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen. Die Aufnahme von 500 syrischen Flüchtlingen wurde vor acht Monaten versprochen, Ende Jänner waren es laut profil noch nicht einmal 200:. "Im Sinne der Menschlichkeit ist es unsere Pflicht, ihnen jetzt zu helfen", sagt Landau. Ja, ist es.

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