über ein Jubiläum
09/08/2016

Mehr als 3,3 Millionen Zeichen

von Doris Knecht

Diese Woche sind es genau zehn Jahre, dass ich anfing, Ihnen diese Kolumne zu schreiben

Doris Knecht | über ein Jubiläum

Diese Woche sind es genau zehn Jahre, dass ich anfing, Ihnen diese Kolumne zu schreiben. Der Anfang war schwierig: In erster Linie aufgrund der traurigen Tatsache, dass die Kolumne an der Stelle erschien, an der keine geschrieben worden war, seit der wunderbare, warmherzige und witzige Herbert Hufnagl ein knappes Jahr zuvor gestorben war. Es war sozusagen heilige Erde, auf die ich da damals meinen Fuß setzte, ehrfurchtsvoll und sehr vorsichtig und, ehrlich gesagt, mit einer permanenten Panikattacke: Weil es eigentlich unmöglich war, es richtig zu machen, weil man nie so gut sein würde wie Herbert Hufnagl. Im Prinzip: Weil man nie Herbert Hufnagl sein würde.

Ich weiß gar nicht mehr, wovon die ersten Kolumnen handelten, was vielleicht damit zusammenhängt, dass seither so viele folgten: So ungefähr (nageln Sie mich nicht fest, mit Zahlen hat’s Ihre Autorin nicht so, mehr mit Buchstaben) 1800 Kolumnen durfte ich seither für den KURIER verfassen, mehr als 3,3 Millionen Zeichen tippte ich in diese Kasterln, etwa 1850 Seiten hätte das Buch, in dem die bisherigen Kolumnen versammelt wären.

Während dieser zehn Jahre habe ich schon über sehr viele Themen aus allen Lebensbereichen geschrieben, Lustiges und sehr Ernstes, Wichtiges und Nettes. Und ich habe viel gelernt von Ihnen, sehr geschätzte Leserschaft, und über Sie: darüber, was Sie mögen und was nicht. Was ich Ihnen zumuten kann und was ich Ihnen besser erspare. Welche Wörter ich lieber nicht verwende. Welche Themen Sie fix aufregen und was Ihnen Freude macht. Und vor allem: Dass man es in einer Kolumne niemals allen recht machen kann.

Ihre konstruktive Kritik nehme ich ernst. Ohne Ihre Geschichten und Ihr Feedback wäre diese Kolumne gar nicht möglich: Dafür möchte ich Ihnen zwischendurch einmal danke sagen. Und danke auch, dass die meisten von Ihnen mir irgendwann verziehen haben, dass ich nicht Herbert Hufnagl bin. Cheers, liebe Leserinnen und Leser, danke, und auf viele weitere.