Wie man Regionen ruiniert

Seit Jahrzehnten ist bekannt, wie große Shoppingmalls und Gewerbegebiete Ortskerne, Innenstädte, ja ganz Ortschaften und Kleinstädte ruinieren: Trotzdem werden sie weiterhin errichtet, auch in den Grüngürteln österreichischer Ortschaften.

In ihrem Film "Global Shopping Village", der im Herbst in den Kinos lief, geht die Filmemacherin Ulli Gladik dem praktischen einzigen Grund nach, wieso auch bei uns weiter solche Gewerbegebieten im Grünen entstehen: Weil für Einzelne damit noch immer Geld zu machen ist. Weil Leute davon profitieren.

Allerdings, und das setzt sich ganz langsam in den Köpfen von Landeshauptleuten und Bürgermeistern fest, profitieren von in den in die Landschaft gepflanzten Malls eben nicht die Menschen aus dem Ort, nicht die Geschäftsleute, nicht die Arbeitsuchenden aus der Region und schon gar nicht die Kommunen. Von solchen Malls profitieren ihre Entwickler und die Immobilienbranche, weil es immer wieder gelingt, Bürgermeistern einzureden, diese peripheren Einkaufszentren brächten der Region Arbeitsplätze, was wiederum der Wählerstimmen-Akquise zuträglich sei. Und natürlich fließt durch die Gewerbegebiete Steuergeld in die Gemeindekassen.

Das alles führt dazu, dass immer noch Gemeinden und Städte den Ruin des Einzelhandels, ihrer Geschäftsleute und Unternehmer und den Verfall ihrer Ortskerne in Kauf nehmen. Studien bescheinigen Österreich eine 50- bis 100-prozentige Überversorgung im Einzelhandel; trotzdem werden weiterhin Gewerbegebiete genehmigt, die die Landschaft verschandeln und den Verkehr vervielfachen.

Auf orf.at wird die Filmemacherin zitiert, die bei einer Diskussion nach ihrem Film in Salzburg sagte: "Es werden weiter Einkaufszentren gebaut, die niemand mehr braucht, nur weil große Mengen Geld für diese Investitionen vorhanden sind."

Immerhin: nicht mehr überall. In Salzburg wurde ein vorübergehender Baustopp für solche Großprojekte eingelegt. Möge er dauerhaft und ansteckend sein.

(kurier) Erstellt am
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