über die Oscar-Roben
03/04/2014

Oscars-Eskapismus und Krim-Krise

von Doris Knecht

Man ist nämlich leider ein bisschen süchtig nach diesen Red-Carpet-Fotos.

Doris Knecht | über die Oscar-Roben

Entschuldigung, ich bin heute spät dran, erst der überbevölkerte Warteraum im Wilhelminenspital, dann die Ablenkung durch die Oscars.

Man ist nämlich leider ein bisschen süchtig nach diesen Red-Carpet-Fotos, nach den internationalen Best- und Worst-dressed-Listen. Das kranke Kind im Nebenzimmer schreckt periodisch hoch, weil die Mutter, die erklärte, dass sie wegen Erwerbsarbeit keinesfalls gestört werden darf, ständig in „ Wassss?!?“-, „Huch!!!“- und „Gehtsnoch?“-Rufe verfällt, weil sich ihre Meinung nicht mit jener der ModeredakteurInnen der diversen Auskenner-Medien deckt. Aber überhaupt nicht.

Jennifer Lawrences Kleid soll ein bestes gewesen sein? Das fade Mutti-Teil? Und so toll ist das von Lupita Nyong’o jetzt aber wirklich nicht. Und was ist das bitte Grauenhaftes, was Modestreberin Diane Krueger da anhat? Cate Blanchett: laaaaangweilig! Insgesamt waren, meine unmaßgebliche Meinung, die Opernball-Roben schöner, jedenfalls die schönen unter den Opernball-Roben, die wiederum großartigerweise fast durchwegs von tollen österreichischen DesignerInnen entworfen wurden: Michel Mayer, Lena Hoschek, Susanne Bisovsky, Atil Kutoglu, alles viel besser als zum Beispiel die Fetzen von Angelina Jolie oder Julia Roberts.

Genug jetzt! Aus. Wieder einmal gut, dass es Programme wie MacFreedom und Antisocial gibt, die einen aus dem Netz oder zumindest den sozialen Netzwerken sperren, welche einen in der Timeline mit immer neuen Oscars-Fotos und -Nachbetrachtungen bedienen und in den Eskapismus treiben. Angesichts der Krim-Übernahme durch Russland, die zeigt, dass es für österreichische Politiker ur-richtig war, nach Sotschi zu fahren und dort für Menschen- und andere Rechte zu lächeln und Putin einfach mal ein bissl zu vertrauen. Oder.

Dann lieber harmloser Oscars-Eskapismus. Und: früher Frühling as Frühling can be. Helle, sonnenwarme Luft, knospende Kastanien, das Stadtgartenamt lässt gelbe Krokusse aus kiesgrauer Erde brechen: wunderschön, danke! Ein gelbes Kleid war heuer übrigens gar nicht dabei.

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