über die Wiener Linien
11/29/2013

Einen schönen Tag noch!

von Doris Knecht

Einen schönen Tag noch!

Doris Knecht | über die Wiener Linien

Es werden in dieser Kolumne nicht selten die Wiener Linien kritisiert. Heute daher die Geschichte von Rosemarie B., deren 20 Monate alter Sohn im Oktober im Kindergarten von einem Fensterbrett stürzte. Sie fuhr mit ihm ins Krankenhaus, wo auch der Vater des Kindes, der normalerweise im Burgenland arbeitet, dazukam. Das Kind wurde geröntgt, alles war Gott sei Dank o. k. Die Familie fuhr mit dem 63A wieder heim; ohne Kinderwagen, ohne Essen und Trinken, das Kind schon sehr müde und quengelig.

All das führte dazu, dass der Vater vergaß, einen Fahrschein zu lösen, was ihm erst auffiel, als ein Kontrolleur zustieg. In seiner Tasche fand er einen Fahrschein und entwertete ihn noch schnell. Leider war der alt und abgelaufen, was weder ihm auffiel, noch seiner Frau, die seit Jahren mit Netzkarte fährt. Aber natürlich fiel es dem Kontrolleur auf, ebenso, dass eben erst entwertet worden war. Die Familie versuchte die Situation zu erklären, erfolglos, und fasste eine Strafe von 103 Euro aus.

Sie sehe ein, schrieb Frau B. an die Wiener Linien, dass ihr Mann „rechtlich falsch gehandelt hat und die Strafe gerechtfertigt“ sei, sie fand aber einfach, dass der Kontrolleur auf die Notsituation falsch reagiert habe: sie wünsche sich ein wenig mehr Fingerspitzengefühl.

Darauf bekam sie ein Mail und einen Anruf von Herrn B., einem Mitarbeiter der Wiener Linien, mit dem sie ein langes freundliches Gespräch führte, und der die Leserin schließlich bat, den Unfallbericht und eine Kopie ihrer Jahresnetzkarte zu schicken.

Ein paar Tage später habe der Mann wieder angerufen, um ihr mitzuteilen, dass das zwar unüblich sei, in diesem Fall die bezahlte Strafe aber rückerstattet werde. Er habe ihr noch einen schönen Tag gewünscht, und gar nicht ihren Dank abgewartet.

Und den möchte Frau B. hiermit nachreichen: Denn sie habe es so schön gefunden, dass es bei den Wiener Linien „Menschen gibt, die die Probleme anderer, und mögen sie noch so unbedeutend erscheinen, ernst nehmen.“ Und das ist es auch, ja.

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