Jetzt erst Knecht: Verkehrsgeplan­ter Konflikt am Ring

Jetzt erst Knecht - Doris Knecht
Foto: Doris Knecht Doris Knecht

Das mit dem Ring-Radweg funktioniert schon jetzt sehr schlecht: In Zukunft wird es noch viel schlechter funktionieren.

Damit’s nicht heißt, es werde hier immer nur unreflektiert herumgemosert: Diese Kolumne hat bitte auch jede Menge unerbetene Ratschläge im Angebot. Heute einen als Ergänzung zur gestrigen Radler-Kolumne, in der u. a. auf Gefahrenpunkte am Ring hingewiesen wurde.

Am Ring wird, wenn die Zahl der RadfahrerInnen und Radfahrer weiterhin so zunimmt, etwas geschehen müssen. Denn das mit dem Ring-Radweg funktioniert schon jetzt sehr schlecht: In Zukunft wird es noch viel schlechter funktionieren.

Dem Ring-Radweg liegt ein grundsätzlicher Planungsfehler zugrunde. Denn einerseits wird von FußgängerInnen zu Recht immer wieder kritisiert, dass Radfahrer rücksichtslos die Bürgersteige benutzen. Andererseits braucht man sich darüber nicht wundern, weil die Radfahrer von den Verkehrsplanern seit jeher genau dazu erzogen wurden: indem die Radstreifen, wann immer möglich, auf Gehwege gelegt wurden, um die Straßen radfrei zu halten.

Damit plant man Konflikte und Unfälle ein, weil man zwei Gruppen mit völlig unterschiedlichen Fortbewegungsinteressen und -geschwindigkeiten mischt und sie zu ständiger Vorsicht und Rücksichtnahme zwingt: was vor allem Touristen notorisch überfordert. Logisch. Dafür haben die Autofahrer gleich drei Fahrspuren plus Nebenfahrbahnen zur Verfügung.

Seit Jahren wird angeregt, eine Fahrspur am Ring den Radfahrern zu überlassen. Das würde den Autofahrern den Umstieg aufs Rad erleichtern, den Radlern mehr Tempo ermöglichen und die Fußgänger dürften sich endlich die Sehenswürdigkeiten am Ring anschauen, anstatt ständig auf den Gehweg schauen zu müssen, damit sie nicht irrtümlich auf einen Radweg geraten. Und damit in einen verkehrsgeplanten Konflikt.

(kurier) Erstellt am
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