über das gemeinsame Mittagessen
08/02/2013

Selektiv asoziale Eigenbrötler wie wir

von Doris Knecht

Das geht so weit, dass man sogar das Notebook mit ins Wirtshaus nimmt

Doris Knecht | über das gemeinsame Mittagessen

Neue Studie: Gemeinsames Mittagessen schade der Konzentration, im Unterschied zu schnell vor dem Bildschirm verzehrten Imbissen. Keine guten Nachrichten, außer für selektiv asoziale Eigenbrötler wie die Autorin, die gerne vor dem Computer essen oder beim Essen computern, unbequatscht und konversationsfrei. Nicht immer, aber manchmal, tagsüber. Das geht so weit, dass man sogar das Notebook mit ins Wirtshaus nimmt. Wobei sich heiße Suppe suboptimal auf den Zustand der Tastatur auswirken kann, plus, man kriegt klebrige Reisnudeln ganz schlecht wieder aus den Ritzen. Es gibt da gewisse Erfahrungen.

Aber man hat schon als Kind gern während des Essens gelesen, das Buch halb verborgen auf den Knien. War natürlich streng verboten, erstens was sind das für Manieren, zweitens wegen der Konversation, drittens weil man Eltern hat, die Bücher sauber halten und darin keine Eselsohren und Notizen entschuldigen. Und schon gar keine Tomatensoße. Also strikt keine Lektüre während der Mahlzeiten. Eine Regel, die man natürlich außer Kraft setzte, sobald man erwachsen war. Und wieder installierte, sobald man eigene Kinder hatte.

Natürlich hat das erwähnte Studienergebnis einen unschönen Haken: Es könnte fiese Arbeitgeber ermuntern, ihre Mitarbeiter von längeren Auswärtspausen abzuhalten, weil gemeinsames Mittagessen sie zwar sozialer und zufriedener macht – aber auch unproduktiver und fehleranfälliger.

Apropos Mahlzeit (Vorsicht: Sie überschreiten hier die Grenze zum Paradeis): Die Autorin wird heuer, tadaaa!, Paradeiser ernten. Nachdem man mithilfe der KURIER-LeserInnen endlich das Wesen der Tomatenpflanze begriffen hat: Die hat nämlich nicht nur gerne trockenes Blattwerk, sondern braucht, weil Selbstbe­stäuberin, dafür auch ein bissl Bewegung, also Wind, und seit man die Seitenwände der Pawlatsche entfernt hat, ist der garantiert. Und siehe da, die Pflanze tut, was sie letztes Jahr nicht tat: Sie trägt Früchte. Reichlich. Wenn jetzt bloß kein Hagelsturm kommt.

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