Jetzt erst Knecht: Machen Sie auf

Doris Knecht © Bild: Doris Knecht

Die Dreikönigsaktion ist eine der erfolgreichsten Hilfsaktionen Österreichs.

Die Allegorie ist bemerkenswert: 85.000 Kinder gehen seit Dienstag tagelang durch die Kälte (obwohl es zum Glück nicht soo kalt wird), um für die Menschen eines Landes zu sammeln, das vor allem bekannt ist, weil von dort aus Menschen tagelang durch die Kälte des Himalaja gehen: um einen Achttausender zu besteigen. Wovon dabei selten die Rede ist: Dass Nepal eines der ärmsten Länder Asiens ist, dass die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung weder lesen noch schreiben kann, dass Kinder zur Arbeit, Mädchen in die Prostitution gezwungen werden.

Die Dreikönigsaktion ist eine der erfolgreichsten Hilfsaktionen Österreichs. Seit 1955 ersammelten die Jungschärlerinnen und Jungschärler unglaubliche 310 Millionen Euro. Allein im letzten Jahr ersangen die kleinen Drei Könige österreichweit 14,8 Millionen Euro: Geld, das in konkrete Hilfsprojekte investiert werden konnte. Aber es geht nicht nur um das Geld: 85.000 Mädchen und Buben erfahren in diesen Tagen, dass ihr persönlicher Einsatz – ihr tagelanger Fußmarsch, ihr Klingeln, ihr Singen – Menschen, denen es sehr viel schlechter geht, hilft. Und es zeigt ihnen, dass Kirche noch etwas anderes ist als ein Papst und Bischöfe im prunkenden Ornat, fernab der Realität der Gläubigen.

Wie genau das von den Sternsingern gesammelte Geld heuer investiert wird, kann man einerseits auf der Homepage der Dreikönigsaktion (www.dka.at) nachlesen. Andererseits zeigt es eine (etwas unglücklich betitelte) Dokumentation auf ORF 2 am 1. Jänner um 18.25 Uhr: „Hilfe unter gutem Stern – Für ein Nepal in tiefer Armut“. Wenn es dieser Tage an Ihrer Tür klingelt: Es sind vielleicht die Sternsinger, machen Sie ihnen auf.

(Da es Mode geworden ist, dass eine Handvoll Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der postenden Community die Foren zur Kolumne von Doris Knecht nur dazu benützt, zu schimpfen, zu sülzen und zu hetzen, sehen wir uns gezwungen dieses Forum zu schließen. - die Red.)

Erstellt am 28.12.2011