Jetzt erst Knecht: Eislaufen. Eislaufen geht

Doris Knecht
Diese Kolumne hat dieser Tage einen gewissen Bewegungsdrang.
Doris Knecht

Doris Knecht

Muss am Winter liegen und an der ihm immanenten Laschheit, gepaart mit dem üblichen schlechten Gewissen, das Leute wie mich saisonell überkommt. Andere Leute, ich seh es durch die Fenster meiner warmen Wohnung, laufen schon um sechs in der Früh mit reflektierenden Jacken ihre Kilometer. Ich danke Leser Karl M., dass er mich, wo doch das Stadthallenbad noch lange nicht fertig ist, eingeladen hat, ihn bei seinem täglichen Lauf zu begleiten. „Start 6.30 Uhr, außer bei starkem Regen- oder Schneefall“, schreibt Herr M. Aber es ist nun einmal nicht jede eine Läuferin und schon gar nicht um diese Tageszeit.

Aber Eislaufen. Eislaufen geht. Derzeit am liebsten zwischen Rathaus, Burgtheater und Parlament, wo der Parcours heuer wirklich lässig ist. Das Eislaufen teilt mit dem Schwimmen eine schöne Eigenschaft: Man sieht, wird aber faktisch nicht gesehen: Beim einen, weil man maskiert mit einer Schwimmbrille im Wasser verschwindet, beim anderen, weil man, speziell derzeit, unter Jacken, Schals und Haube unsichtbar wird. Das Eislaufen hat gegenüber dem Schwimmen den Vorteil des Frischluftfaktors, und den Nachteil, dass dazu Punsch serviert wird. Man dreht seine Runden und denkt vor sich hin, z. B., dass man eigentlich gerne den ganzen Winter Eistraum hätte, auch vor Weihnachten, statt dem Christkindlmarkt oder mit ein bissl Christkindlmarkt dabei.

Und man wünscht sich, während man so dahingleitet, dass Radio Wien tagsüber hin und wieder die eingelegte CD wechseln möge. Während der drei Mal, die ich jetzt am Rathausplatz war, habe ich ungefähr elf Mal „Let it be“ gehört, ebenso oft „Let’s Dance“ und Madonnas „Hung up“. Eh schön, aber.

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