Meinung | Kolumnen | Knecht
20.01.2012

Jetzt erst Knecht: Do it yourself

Die sozialen Netzwerke sind für solche Do-it-yourself-Produkte eine ideale Marketing-Plattform mit Windeseile-Effekt.

Den ganzen Dezember über hat der großartige junge Koch Philipp Furtenbach mit seinen Freunden in seinem temporären SsibmImbiss gekocht. Das war toll: Ein halböffentlicher Gastraum, nur zu finden, wenn man wusste, wo man suchen muss. Gegen eine Spende bekam man an einem großen Tisch serviert, was gerade fertig war, zwischendurch wuschen die Köche selber ab.

Ich fühlte mich sentimental an die Neunzigerjahre erinnert, als man sich das, was fehlte, auch schon selber bastelte: Musiklokale wie Flex oder Chelsea, Fanzines, und einen Piratensender, weil man, was man sich heute nicht mehr vorstellen kann, damals neben der Musik, die der ORF (noch ohne FM4) sendete, nur die hören konnte, die man selber im Plattengeschäft kaufte: Es gab kein Privatradio, kein Internet, keine iTunes.

Die Serie „ Fauner Consulting“, von der heute Abend um 20.15 die nächste Folge zu sehen ist, stößt in eine ähnliche Lücke: Georg Weissgram und Manuel Rubey drehen sich hier das Fernsehen, das sie gerne machen und sehen wollen, einfach selber. Mit minimalen Mitteln und halt nicht im TV: Sondern im Internet auf www.fauner-consulting.at. Und das machen sie so famos, dass dem Lebensberater Francois Fauner und seinen Klienten mittlerweile Tausende Fans zuschauen.

Die sozialen Netzwerke sind für solche Do-it-yourself-Produkte eine ideale Marketing-Plattform mit Windeseile-Effekt. So verbreitete sich gestern auf Facebook binnen Minuten das von ORF-Redakteurinnen und -Redakteuren selbst gedrehte Video, in dem sie eindrucksvoll gegen die anhaltende Politisierung und Instrumentalisierung ihres Unternehmens protestieren. Dir passt was nicht? Dir fehlt was? Sag es allen. Und dann mach es dir selber.

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