Meinung | Kolumnen | Knecht
30.01.2012

Jetzt erst Knecht: Das klingt doch viel billiger

Mehrere Freunde haben kundgetan, sie würden sich im Mai, wenn die Wiener Linien ihr Tarif-System umstellen, eine Jahresnetzkarte für die Öffis kaufen.

Warum erst dann? Weil das ja ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis sei: 365 Euro für die Netzkarte, also ein Euro pro Tag für alle öffentlichen Verkehrsmittel. Das Argument, dass eine Netzkarte bisher auch nur 449 Euro kostet, also nur 22 Cent pro Tag mehr als ab Mai, also schon jetzt kaum teurer sei, greift bei diesen Freunden nicht: Ein Euro täglich klingt offenbar viel billiger. Obwohl es sich dabei fast durchwegs um Leute handelt, denen sieben Euro im Monat mehr oder weniger eher minder aufs Konto schlagen. Und die bisher jeden Pipi-Weg mit dem Auto gefahren sind, weil’s ihnen gar nicht einfiel, Öffis zu benutzen. Aber jetzt. Insofern könnte die Tarifreform ein Erfolg werden.

Das Auto verliert allerdings, wie auch der KURIER berichtete, in den Städten spürbar an Attraktivität. Das mag viele Gründe haben, die Krise ist einer davon: Der Gedanke, die monatlichen Fixkosten lieber sicherheitshalber einmal ein bisschen nach unten zu dirigieren, vergegenwärtigt einem zwangsläufig auch die Beträge, die ein oder zwei Pkw jährlich verschlingen. Und das bringt dann die möglichen Alternativen auf den Denkplan: Man könnte ja auch … Möglich wär’s doch … Vielleicht sollte man sich einmal anschauen, ob ...

Ähnliche Denkvorgänge haben einen österreichischen Unternehmer auf die famose Idee gebracht, das PUCH-Rad zu reanimieren und in zeitgemäßen Formen – also auch mit Elektromotor – wieder ans Volk zu bringen. Und das ist für un-Pkw-ige Fortbewegungsmittel aller Arten eben gerade sehr offen.