Die absolute Grünzeug-Bibel

Das Christkind brachte zwei Standardwerke der Gemüse-Küche.

Slater liebt Gemüse, und er weiß etwas damit anzufangen

Doris Knecht | über Standardwerke der Gemüse-Küche

Das beliebteste Januar-Thema für jeden und wie jedes Jahr: Essen. Genauer: weniger essen. Beziehungsweise gesünder essen, natürlich, viel gesünder und auch viel bewusster. Das Christkind brachte zwar nicht wie gewünscht „Österreich vegetarisch“ von Katharina Seiser und Meinrad Neunteufel, das schenkt man sich bei Gelegenheit selber.

Aber es brachte zwei Standardwerke der Gemüse-Küche: Ein Mal einen fabelhaften Ottolenghi. Und die absolute Grünzeug-Bibel: Nigel Slaters „Tender. Gemüse: Von der Aubergine bis zur Zwiebel“, ein fantastisches, wunderschönes 625 Seiten dickes Koch- und Lesebuch, das Kleingärtner (selbst solche Pfeifen wie mich) und Selberkocher rundum glücklich macht.

Slater, der für den britischen Guardian seit Jahren eine Kolumne und daneben diverse Bücher übers Kochen und Essen schreibt, arbeitet in seinem Buch ausschließlich mit Gemüsen, die auch hierzulande jeder in seinem Beet oder Balkonkistl hat – und die auch zuverlässig im Supermarkt nebenan erhältlich sind.

Er widmet jedem dieser Gemüse ein ausführliches Kapitel mit viel fundiertem Grundwissen und alle bekannten Sorten. Er gibt Tipps für den Anbau, höchst brauchbare Grundanleitungen der Zubereitung und listet alle Zutaten auf, die am harmonischsten konvenieren. Wobei die durchaus auch tierischen Ursprungs sein können: Obwohl der Großteil der dann folgenden famosen und überwiegend eher simplen Rezepte bewusst ohne Fleisch auskommt.

Was Slater und sein Buch so sympathisch macht: Beide sind nicht missionarisch. Der Autor legte vor ein paar Jahren mitten in London in einem nur 12 Meter langen Hof einen unglaublichen Gemüsegarten an, tut aber dennoch nicht so, als sei er in der Lage, sich selbst mit Gemüse zu versorgen: Auch sein Obst und Gemüse stamme großteils vom Wochen- und aus dem Supermarkt. Aber Slater liebt Gemüse, und er weiß etwas damit anzufangen: ein tolles, liebevolles Buch, an dem einfach alles gut ist.

doris.knecht Doris Knecht

Erstellt am 05.01.2013