Deppen gibt es überall

Doris Knecht © Bild: Doris Knecht

Es spricht einiges dafür, dass RadfahrerInnen nicht an jeder roten Ampel halten müssen: auch wenn das im ersten Moment wie eine maßlose Bevorzugung von Pedalisten aussehen muss.

Ist es nicht: Es ist zum Beispiel sinnvoll, Radler trotz Ampel rechts abbiegen zu lassen, wenn sie dabei nichts zu queren haben. Das verhindert Fahrradstaus. In Paris wird offenbar schon getestet, auf übersichtlichen Straßen Radfahrern auch die Überfahrt bei Rot zu erlauben. Vermutlich, weil sich RadfahrerInnen schneller einen Überblick über die Verkehrssituation zu verschaffen in der Lage sind, da sie, anders als AutofahrerInnen, keiner Sichtbehinderung durch ihr Fahrzeug ausgesetzt sind. Viel diskutiertes Thema: Radler auf Gehwegen. Schlecht. Aber: Je mehr Einbahnen für Radfahrer komplett geöffnet werden, desto unwahrscheinlicher ist es, dass Radfahrer den Gehsteig benutzen.

Allerdings trifft man als Radlerin immer wieder auf folgendes Szenario: Über eine lange Strecke ist erlaubt, mit dem Rad gegen die Einbahn zu fahren –, aber auf den letzten paar Metern oder auf einem Abschnitt zwischendurch plötzlich nicht. No na weichen da viele Radler vorübergehend und gesetzwidrig auf den Gehweg aus. Und das sind nicht unbedingt Rowdys: Obwohl es natürlich unter den Radfahrern genug davon gibt. Aber man muss das leider so sehen: Rücksichtslose Rowdys sind immer und überall. Gefährlich werden sie dann, wenn sie ein Werkzeug in die Hand bekommen: Das kann ein Auto sein, eine Waffe, ein Hund. Oder ein Fahrrad. Gegen diese Deppen soll man bitte vorgehen. Das ist nämlich auch im Sinne aller anderen Radlerinnen und Radler.

Erstellt am 05.04.2012