über den Protest gegen die EU-Saatgutverordnung
12/05/2013

Blau blüht die Hoffnung

von Doris Knecht

Blau blüht die Hoffnung.

Doris Knecht | über den Protest gegen die EU-Saatgutverordnung

Kollegin Ute Woltron hat eine fabelhafte Aktion gestartet. Woltron schreibt für die Presse eine Gartenkolumne, und zwar mit der größtmöglichen Berechtigung: sie ist eine leidenschaftliche Gärtnerin, die sammelt und sät, gießt und geizt, erntet und einkocht, dörrt, trocknet und rext. Die ihre Pflanzen liebt, die Blumen und das Gemüse, und auch ihre Hendln und Bienen. Und die sich, wie die meisten Gärtner, für das Seltene interessiert, das Spezielle, das Zickige, das Rare, das fast schon Verschwundene.

Und sie regt sich wahnsinnig darüber auf, dass die EU auf Druck der Agrarindustrie das Saatgut weiter reglementieren, den freien Tausch von Saatgut teilweise strafbar machen will, was dazu führen wird, dass viele Pflanzenarten langfristig für immer verschwinden werden.

Woltron hat, wie 284.000 andere Österreicherinnen und Österreicher, die Petition „Freiheit für die Vielfalt“ (www.freievielfalt.at) unterschrieben, aber das hat ihr nicht gereicht. Sie wollte etwas unternehmen, etwas tun, ein Zeichen setzen, Samen keimen lassen, kostbare, seltene.

Eher selten seien, schreibt Woltron in ihrem Blog, blaue Blumen. Deshalb hat sie die Samen von 14 Blaublütlern gesammelt, in einzelne Sackerl gefüllt und in eine Box gepackt: „Vierzehn Blaus“, schreibt Woltron, „manche davon besonders zart, wie die Jungfer im Grünen. Oder ganz klein wie das Hornveilchen. Vierzehn Blütenformen, von der klassischen Glockenblume bis zum hochgewachsenen Lanzenrittersporn und dem buschigeren Staudenrittersporn.“ Die hat sie in zartblaue Stofftaschen gesteckt, gestaltet vom Grafiker Andi Lierzer, die sie gemeinsam mit Restauratorin Dagmar Urban eigenhändig siebbedruckt hat.

Man kann die „Blauen Blumen der Hoffnung“ um 48 Euro bestellen, auf www.utewoltron.at. Der Erlös geht zur Gänze an Global 2000, zur Unterstützung des Einsatzes gegen die Saatgutbeschränkung. 1400-mal 14 Samensackerln sind schon verschickt: Millionen blaue Blumen der Hoffnung werden nächsten Sommer blühen, überall.

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