Meinung | Kolumnen | Knecht
28.01.2015

197 Matratzen, 394 Pölster und Decken

In der Laufbergergasse beim Prater steht ein Pensionistenheim leer

Doris Knecht | über Spenden

Ein Leser kritisierte, es werde hier zu oft um Spenden gebettelt. Der Eindruck ist bedauerlich, denn tatsächlich wird sehr genau abgewogen, wofür um Hilfe gebeten wird, und es geschieht wohlüberlegt, mit Grund und stets für gute, vertrauenswürdige Projekte.

Magdas Hotel – der KURIER berichtete schon mehrmals – will gar keine Spenden. Stattdessen kann man das Social Business Hotel, das am 14. Februar eröffnet, mitgründen , heute und morgen noch: im Rahmen eines Crowdfundings (startnext.com/ magdashotel), das sein Ziel – 10.000 Euro – eigentlich schon erreicht hat. Aber Magdas Hotel ist so eine tolle Sache und wird, unterstützt von der Caritas, von einem derart vertrauenswürdigen und engagierten Team betrieben, dass vielleicht noch jemand die Chance nützen will, da mitzumachen und das lässige Werkl noch mehr anzuschieben.

Es ist so: In der Laufbergergasse beim Prater steht ein Pensionistenheim leer. Dieses Gebäude wird derzeit zu Magdas Hotel umgebaut, mit 80 Doppelzimmern, Suiten und Appartements. Das Besondere daran: Profis der Hotellerie werden das Hotel gemeinsam mit Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern führen, um ihnen "eine Chance zu bieten, ihre Fähigkeiten und Talente unter Beweis zu stellen", wie es auf der Website www.magdas-hotel.at heißt. Das Crowdfunding dient zur Einrichtung des Hotels ("197 Betten und Matratzen, 394 Pölster und Decken …" usw.) das überwiegend mit renovierten Secondhand-Möbeln ausgestattet wird. Es wird Kinderbetreuung, Radverleih samt Werkstatt, Limousinen-Service und weitere Angebote geben. Lehrlinge werden ausgebildet und untergebracht, vor allem werden Flüchtlinge nicht nur unterstützt und ausgebildet, sie können auch ihr Wissen und ihre Kenntnisse einbringen. Und sinnvoll arbeiten.

Magdas Hotel: Das könnte eine richtig erfolgreiche, wegweisende Sache werden. Man kann schon Zimmer buchen. Und zwei Tage lang kann man noch MitgründerIn sein. Die Chance, dass man darauf einmal sehr stolz sein wird, ist groß.

doris.knecht Doris Knecht