über Rio und Mikroorganismen
08/06/2016

Nicht schwitzen

von Peter Pisa

Das wäre ein schöner Protest gegen Geldverschwendung und Verlogenheit.

Peter Pisa | über Rio und Mikroorganismen

Bei der Eröffnungsfeier in Rio las ORF-Kommentator Michael Berger seinen wohlformulierten Text vom Blatt. Um eins in der Früh hielt er drei Stunden mit spektakulären Sätze wach. Zum Beispiel packte er die Zuschauer mit der Erzählung: „Es werden Mikroorganismen dargestellt, die alle ihren Ursprung im Wasser hatten und erst später ihre Entwicklung an Land fortgesetzt haben ...“ (... um dann beim Fernsehen in der Sportredaktion anzuheuern?) Oder, sehr munter, sehr direkt: „Sollten Sie Rio als Urlaubsdestination aussuchen, dann gehen Sie am Samstag zum Aquädukt tanzen.“

Der ORF nimmt seinen Informationsauftrag immer sehr ernst. Zum Beispiel hatte er kürzlich einen Aufdeckerbericht angekündigt: Wie man sich vor dem Zika-Virus schützt ... Die Antwort gab dann ein Tropenmediziner: Man darf sich von den Mücken, die den Virus übertragen, einfach nicht stechen lassen! So geht das also. Dann sollten aber die Sportler, um die Mücken nicht anzulocken, das Schwitzen einstellen.

Das wäre außerdem ein schöner Protest gegen die Geldverschwendung – und gegen rekordverdächtige Verlogenheit: Jeder Athlet bekam das Samenkorn eines Baumes. Die Samenkörner werden später eingepflanzt, „um Frieden mit unserem Planeten zu schließen.“ Und jede Minute wird Regenwald in der Größe von siebzehn Fußballfeldern abgeholzt.

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