Im Bild: Zweiunddreißig

Im Bild: Zweiunddreißig © Bild: Wilhelm Schraml

Wer auch immer den ORF ab 2012 leiten wird: Man sollte sich dann in Erinnerung rufen, wofür die ORF-Seher zahlen.

ORF 1 schreibt man jetzt ORFeins. In kurzen Image-Filmen schauen sogenannte ORFeins-Stars mehr oder weniger steif in die Kamera und sagen "eins". Und es gibt zwei neue Sendungen am späten Dienstagabend, die mäßig gut ankommen.Sonst blieb nicht viel von dem Versuch, den "bekannt breit gefächerten jungen Vollprogrammsender", wie es einmal in einer ORF -Aussendung hieß, neu aufzustellen.Am Montag zeigte der öffentlich-rechtliche Kanal 32 (!) US-Serien-Folgen. "CSI Miami", "Navy CIS", "Gilmore Girls", "Malcolm mittendrin", "Columbo", "How I Met Your Mother", "Simpsons", "Scrubs"…Dem gegenüber standen eine "Seitenblicke"-Wiederholung am frühen Morgen, "Servus Kasperl", "Rätselburg" und drei kurze "ZiB Flashs" eingerechnet, zehn genuine Eigenproduktionen.Wer auch immer den ORF ab 2012 leitet, wird dieser fantasielosen Monotonie ein Ende bereiten müssen. Vor lauter Politik und Machtspielchen gerät nämlich immer mehr in den Hintergrund, worum es bei einem Medienunternehmen eigentlich gehen sollte: Um ein ordentliches - "breit gefächertes" - Programm. Dafür zahlen die ORF-Seher. Und zwar gar nicht wenig.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011