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25.01.2012

Im Bild: Samstag! Flucht!

Gottschalk jetzt täglich sehen zu können, ist ein brutaler Bruch mit den Gewohnheiten.

Jahrzehntelang stieg Thomas Gottschalk alle paar Monate aus den Sphären seines amerikanischen D-Promi-Daseins zu uns herab, betatschte Schauspielerinnenknie, machte ein paar schlechte Witze, ließ sich von der deutschen Presse hauen und entschwand wieder. Er hatte genug Zeit, um sich bis zum nächsten Mal wieder zu erholen, und wir hatten genug Zeit, um uns zu erholen.

Gottschalk jetzt täglich sehen zu können, ist ein brutaler Bruch mit den Gewohnheiten.

Gottschalk am Bildschirm lässt den Puls in die Höhe schnellen, es signalisiert dem Körper: Samstag! Und: Ausnahmesituation! Und vielleicht sogar: Flucht! (An einen Ort, an dem Alkohol ausgeschenkt wird.) Jetzt sitzen wir am Dienstag um halb acht vor dem Fernseher und haben einen Körper, der glaubt, dass Samstag ist. Was machen wir mit ihm? Fliehen. An einen Ort, an dem Alkohol ausgeschenkt wird.

Deutsche Körper funktionieren offenbar ähnlich wie österreichische. 4,34 Millionen Zuschauer am Montag, nur noch 2,43 Millionen am Dienstag.

DAS Fernsehereignis der Woche: Der Nachtslalom in Schladming mit 1,6 Millionen – bis zu 1,9 Millionen – Zuschauern. Marcel Hirschers Siegesfahrt sahen am Dienstagabend um 21.37 Uhr 56,3 Prozent. Tu felix Auskia. Oder so.