Meinung | Kolumnen | Im Bild
09.12.2011

Im Bild: Brauen-Meister

Resetarits philosophiert, Düringer brüllt und Alfred Dorfer verlässt die Bühne der TV-Satire.

Lukas Resetarits philosophiert über das Privatleben der Grassers – "Ich liebe es, wenn du mit deinen langen Fingern durch dein Haar fährst, mein süßer, kleiner Langfinger du!" – und Roland Düringer brüllt die Ängste eines Wutbürgers frontal in die Kamera: Die letzte Ausgabe von " Dorfers Donnerstalk" hatte tolle Momente. (Tollere als die anschließenden "Staatskünstler", die zu viel wollen und sich dabei zu ernst nehmen, aber das nur am Rande.)

Mit Alfred Dorfer verlässt ein Gentleman die Bühne der TV-Satire. Ein Meister der ironisch hochgezogenen Augenbraue, nicht des Holzhammers. Einer, der Kollegen neben sich leuchten lassen konnte. Der Skandale nicht geifernd provozierte, sondern sich dem zunehmenden kabarettistischen Profilierungswahn eher verweigerte. Schade, dass Dorfer nach dem Ende des "Donnerstalk" im Fernsehen nur mehr mit einer spätabendlichen Interviewsendung präsent sein wird. Ein neues leises, hintergründiges Satireformat würde gut zu ihm passen – und zum ORF.

Interessante Entwicklung: Die seriös gemachte ProSieben / Sat.1 -Castingshow "The Voice Of Germany" erreicht in Deutschland mehr (junge) Seher als Trash-Formate wie "Das Supertalent" oder "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus". Auch in Österreich ist das Interesse groß. Darf man jetzt wieder respektvoll miteinander umgehen im Fernsehen? Ist die sprichwörtliche Ära Bohlen vorbei?