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09.02.2018

Meine persönliche Top-Ten-Wertung der Olympia-Sportler

Mario Stecher © Bild: KURIER/Gilbert Novy

Mir ist schon klar, dass es praktisch unmöglich ist, Sportler und deren Höchstleistungen zu vergleichen.

Mario Stecher | über die größten Olympia-Stars

Mir ist schon klar, dass es sehr schwierig, ja praktisch unmöglich ist, Sportler und deren Höchstleistungen zu vergleichen. Ich habe aber trotzdem versucht, ein persönliches Ranking vorzunehmen und meine Top Ten zusammenzustellen. Dabei habe ich bewusst nicht nur Wintersportler gewählt, weil ich seit jeher auch ein großer Fan von Sommerspielen bin.

1. Michael Phelps (USA, Schwimmen): 23-mal Gold bei Olympia, 28 Medaillen insgesamt bei Spielen, und das im Schwimmen – er ist für mich die unumstrittene Nummer eins meiner Olympiasportler.

2. Cathy Freeman (AUS, Leichtathletik): An ihr fasziniert mich auch die Geschichte. Sie hat bei ihren Heimspielen 2000 in Sydney als Stammesangehörige das olympische Feuer entzündet und dann Gold über 400 Meter geholt. Und das, nachdem sie 1996 Silber gewonnen hatte und für 2000 öffentlich das Ziel Olympiasieg ausgegeben hatte.

3. Franz Klammer (AUT, Ski alpin): Ein unvergesslicher Sportmoment und eine gewaltige Leistung am Patscherkofel. Es gibt nicht viele Sportler, die im eigenen Land als Topfavorit in Olympische Spiele gehen und dann diesem Druck standhalten. Chapeau.

4. Usain Bolt (JAM, Leichtathletik): Die Lichtgestalt am Leichtathletikhimmel schlechthin darf nicht fehlen. Er war nicht nur der schnellste Mann der Welt und achtfacher Olympiasieger, er hat den Sport auch als Showman und Entertainer geprägt. Typen wie ihn würde manch andere Sportart brauchen.

5. Tara Lipinski ( USA, Eiskunstlauf): Mag sein, dass diese Nominierung für einige überraschend kommt. Ich war 1998 in Nagano begeistert von ihrem hochklassigen Eiskunstlauf-Duell mit ihrer Kontrahentin Michelle Kwan. Da war sie gerade einmal 15, bis heute ist sie die jüngste Olympiasiegerin in ihrer Sportart.

6. Matti Nykänen (FIN, Skispringen): Als Kombinierer habe ich natürlich ein Faible für den Skisprungsport. Da ist er der Allergrößte, weil er als einziger alles gewonnen hat. Olympiagold, WM-Gold, Skiflugweltmeisterschaft, Gesamtweltcup, Vierschanzentournee. In diese Wertung schafft er es aber wegen der drei Goldmedaillen, die er 1988 in Calgary gewonnen hat.

7. Greg Louganis (USA, Turmspringen): Ich habe heute noch das Bild vor Augen, als er 1988 in Seoul beim Bewerb vom 3-Meter-Brett mit dem Kopf am Brett aufschlug, sein Cut genäht werden musste und er trotzdem Gold holte. Wer so etwas schafft, ist ein großer Sportler. Und vierfacher Olympiasieger ist er immerhin auch.

8. Felix Gottwald (AUT, Nordische Kombination): Ein Blick auf seine Medaillensammlung verrät sofort, warum er in dieses Ranking gehört. Drei Mal Olympiasieger, insgesamt sieben Olympiamedaillen – kein anderer österreichischer Sportler war bei Olympia so erfolgreich wie der Felix.

9. Ole Einar Bjørndalen (NOR, Biathlon): Schwer vorstellbar, dass wir es so schnell wieder einmal erleben werden, dass jemand in einer Sportart gleich alle Bewerbe für sich entscheidet, wie es Bjørndalen 2002 in Salt Lake City getan hat. Er ist mit acht Olympiasiegen der erfolgreichste Medaillensammler bei Winterspielen. Schade, dass er sich für PyeongChang nicht qualifiziert hat.

10. Marit Bjørgen (NOR, Langlauf): Sie ist, wenn man so will, das weibliche Pendant zu Biathlet Bjørndalen. Sie hat im letzten Jahrzehnt den Langlaufsport dominiert und ist mit sechs Goldmedaillen die erfolgreichste Winter-Olympionikin. Und man kann davon ausgehen, dass da in Südkorea noch das eine oder andere Gold dazu kommen wird.