über Udo Jürgens
12/27/2014

Zugabentisch

von Karl Hohenlohe

Ein ganz spezielles Stück, wird am meisten fehlen: der Bademantel

Karl Hohenlohe | über Udo Jürgens

Nun sah man bei Frau Jelena Petrowna Fischer vulgo Helene Fischer, wie Herr Bockelmann, den seine vielen Fans als Udo Jürgens im Herzen tragen, zum letzten Mal auf einer Bühne stand. Es war ein seltsames Gefühl, als er abtrat und man sich vergegenwärtigte, dass er nie wiederkommen würde. Was hat man in den letzten Tagen nicht alles gelesen, was man an ihm verloren hätte und was bleibe.

Die Melodien, die Frauen, die Kinder und die vielleicht höchste Ehrung, die einem Österreicher jemals widerfahren ist.

Die Landsleute haben ihm pauschal verziehen, dass er den Begriff "Sahne" statt "Schlagobers" gebrauchte.

Allen Freunden der Rituale wird aber ein ganz spezielles Stück, von dem es wahrscheinlich mehrere gibt, am meisten fehlen: der Bademantel. Er wurde vor 47 Jahren auf der Bühne eingeführt und war wie die Pepita-gemusterte Kappe von Sherlock Holmes oder der zerknitterte Trenchcoat von Inspektor Columbo ein textiles Markenzeichen.

Wenn die Konzerte vor dem Höhepunkt vorbei waren und alle auf die Zugaben warteten, erschien Udo Jürgens plötzlich, gleich einem erschöpften Lipizzaner, ganz in strahlendem Weiß.

Die Menschen da unten waren außer sich und weil genau dies das Ziel eines Konzertes ist, wurde das Ritual des Bademantels beibehalten.

Nun hängt der Bademantel nutzlos auf dem Haken, die Motten werden ihn verzehren, bis nichts mehr von ihm ist.

Aber selbst verschwunden wird er, ähnlich wie sein Besitzer, im Gedächtnis der Menschen weiterstrahlen.

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