über Ian Fleming
01/08/2015

Strichcode

von Karl Hohenlohe

Fleming, dem ja ein grüblerischer, stiller, melancholischer Charakter nachgesagt wurde, soll gar nicht so gewesen sein.

Karl Hohenlohe | über Ian Fleming

Ein letztes Mal möchte ich einen Blick nach Altaussee wagen, wo sich die letzten Tage der gefeierte Geheimagent James Bond befand. Herr Bond, so wissen wir von seinem Schöpfer Ian Fleming, hat in Kitzbühel das Skifahren erlernt und es hat ihm schon so oft das Leben gerettet.

Herr Fleming hat viele Jahre in Kitzbühel zugebracht, er ging dort in die Schule, in das Tanzcafé und wohnte in der Pension "Tennerhof". Er war begeisterter Skifahrer, des Deutschen mächtig und er war verliebt. Genauer gesagt in Lisa Popper, die damals noch Lisa Jokl hieß.

Fleming, dem ja ein grüblerischer, stiller, melancholischer Charakter nachgesagt wurde, soll gar nicht so gewesen sein. Frau Popper: "Er war lustig, einfühlsam, offen, glücklich und ungemein vital. Ganz anders als die Engländer."

Und doch umhüllt ein kleines Geheimnis den großen Schriftsteller. Es war zu Ostern im Jahre 1960, als er ein Büchlein mit fünf Kurzgeschichten und dem Titel "For Your Eyes Only" auf den Markt warf. Eines der ersten Exemplare verpackte er, sandte es an Frau Popper und als sie es aufschlug, war sie sehr erfreut.

Auf der ersten leeren Seite war da handschriftlich "Lisl" zu lesen, darunter hatte Fleming in lupenreinem Deutsch "Noch ein paar Eier für Ostern!" geschrieben, ein "X" gezeichnet und "Ian" hingefetzt. Unter "Ian" kann man heute noch ein Strichlein und zwei Punkte erkennen.

Nie hat jemand Frau Popper gefragt, was dieses Strichlein und die Punkte bedeuten, aber es wird wieder einmal deutlich, dass überall ein kleines Geheimnis harrt, wenn man es nur wirklich will.

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