über Kálmáns Hund
03/26/2014

Spürhund

von Karl Hohenlohe

Nicht auszudenken, der gute Hund hätte geantwortet

Karl Hohenlohe | über Kálmáns Hund

In "Seitenblicke" erzählte die berühmte Tochter Yvonne Kálmán von folgendem Familienritual.

Die kleine Yvonne sitzt unter dem Klavier, daneben der Dackel.

Emmerich Kálmán spielt, legt plötzlich die Hände in den Schoß und fragt: "Wie hat es euch gefallen?"

Das ist eine wunderschöne Geschichte, die den Kindern, gleichwohl den Erwachsenen, vor allem aber den Tierfreunden ins Gemüt rinnt. Man stellt sich das glückliche Kind vor, wie es den Vater anstrahlt und dann den Dackel, wie er eine Lefze hebt und knurrt.

Man fragt sich, wie ernst es Herr Emmerich Kálmán mit der Fragestellung gemeint hat und ob er der vernichtenden Antwort der Tochter (möglicherweise sagte sie "Katzenmusik" oder sogar "Tschindarassabumm") eine neue Version hätte folgen lassen.

Noch interessanter ist die Hinwendung zum Hund. Ich kenne weltweit keinen Hund, der irgendwann einmal auf die Frage: "Wie hat es gefallen?" eine konkrete Antwort gegeben hat, und weiß mich darin eins mit einem Großteil der Weltbevölkerung.

Kálmáns Nachhaken bei seinem Hund, der möglicherweise wie Kaiser Wilhelms Dackel "Erdmann" hieß oder auch wie "Charlie", der Dackel von John Wayne, war also rein hypothetisch.

Nicht auszudenken, der gute Hund hätte geantwortet und bei "Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht" herzzerreißend gejault. Die Welt wäre ohne diese Melodie ein wenig ärmer und so danken wir "Erdmann" oder "Charlie" , dass er diesbezüglich nicht Laut gegeben hat.

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