über Florian Scheuba
12/21/2014

Solo für zwei

von Karl Hohenlohe

Prominente müssen ja immer lachen, egal, ob sie geistesabwesend oder verärgert sind.

Karl Hohenlohe | über Florian Scheuba

Da stand also Herr Florian Scheuba auf der Bühne des Wiener Rabenhoftheaters und lieferte ein fulminantes Solo-Programm. Skurriles aus seinem Leben, Polit-Pointen aus Österreich und ironische Demütigungen verschiedenster Prominenter.

In der Reihe vor mir hatte Frau Eva Steiner, die Lebensgefährtin von Alfred Gusenbauer, Platz genommen.

Es hat in diesem Etablissement schon Tradition, dass sich Betroffene, die auf der Bühne karikiert werden, von den Zuschauerreihen aus selbst beobachten.

Dies führt gewöhnlich zu der eigentümlichen Situation, dass die Besucher den Blick vom Vortragenden abwenden und auf das Opfer im Saal heften. Das "Seitenblicke-Paradoxon" greift um sich.

Prominente müssen ja immer lachen, egal, ob sie geistesabwesend oder verärgert sind. So kann ich mich noch gut an an Reihe 8 erinnern, wo die damalige SPÖ-Vordenkerin Laura Rudas geistig gesammelt saß und zugleich auf der Bühne auseinandergenommen wurde.

Herrn Mensdorff-Pouilly und Herrn Pelinka erging es ähnlich.

Alle drei lachten, manche befanden zu leise und andere werteten zu laut.

Oft schaukelt sich das Verhältnis Kabarettist versus Kabarettistenopfer hoch. Je deftiger auf der Bühne ausgeteilt wird, desto kräftiger wird mittels Lachen versucht, die Schelte zu kalmieren.

Im Falle Eva Steiner, die stellvertretend für Alfred Gusenbauer zu lachen hatte, und Florian Scheuba, kann man von einem Unentschieden sprechen.

Beide haben die nicht unheikle Aufgabe bravourös gelöst.

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