über Ioan Holender
07/08/2015

Selbst-Los

von Karl Hohenlohe

Das Positive an Holender ist, dass jedwede Selbstzweifel keine Chance haben.

Karl Hohenlohe | über Ioan Holender

Nun sah man den gewesenen Staatsoperndirektor Holender nach langer Zeit wieder einmal im Fernsehen.

In seiner aktiven Zeit war Holender gerne ein wenig streng mit seinen Untergebenen, was man im Umgang mit seinen Vorgesetzten nicht behaupten konnte.

Unvergessen sein Auftritt beim von ihm ungeliebten Opernball, wo er in einer Kutsche, sekundiert von der Netrebko, in den Saal einfuhr und das staunende Publikum besang.

Das Positive an Holender ist, dass jedwede Selbstzweifel keine Chance haben. So sprach er nun in der von ihm ungeliebten Sendung "Seitenblicke" über den Menschen, den er wahrscheinlich am meisten schätzt, über sich selbst.

Während Stars aus Funk, Film und Fernsehen, aber auch die Koryphäen aus dem Musikgeschäft, wenn sie auf sich selbst zu sprechen kommen, gerne das "ich" strapazieren, bedient sich Holender anderer Umschreibungen. So erinnern wir uns an "Die Wessely", "Die Callas", "Den Hörbiger" und "Die Dietrich", wobei keine dieser Personen sich jemals selbst so bezeichnet hätte.

In früheren Zeiten, wenn sich Holender in der ungeliebten Sendung "Seitenblicke" während des ungeliebten Opernballs über den geliebten Holender äußerte, gebrauchte er noch die Bezeichnung "Ich".

Nun, wo ein paar Jahre ins Land gezogen sind, bezeichnet sich Holender im Fernsehen selbst als "Der Holender".

Es war das Aufflackern einer Lichtgestalt, in einem an Lichtgestalten armen Land.

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