Clooneys Hochzeit in Venedig
10/02/2014

Satzzeichen

von Karl Hohenlohe

Ein Wissensvorsprung, ein Techtelmechtel, ein Geheimnis erhält nur dann seinen Wert, wenn man es bedeckt hält.

Karl Hohenlohe | Clooneys Hochzeit in Venedig

Im Fernsehen sah man kürzlich Frau Cate Blanchett, wie sie dem Seitenblicke-Redakteur Christian Reichhold gegenüberstand. Oder umgekehrt. Dann stieg sie in eine dunkle Limousine und entschwand.

Herr Reichhold kommentierte diese spannende Szene folgendermaßen: "Jetzt fährt sie nach Venedig, dort soll nämlich ein Freund geheiratet haben." Dieser Satz schweißte die Bunte-, Seitenblicke- und Gala-Gemeinschaft für immer zusammen.

Lächelnd saßen die Wissenden in diesem Moment vor den Fernsehgeräten und blickten leicht verächtlich auf die anderen, die in diesem Moment nicht die leiseste Ahnung hatten, wer gerade in Venedig geheiratet hatte. Mehr noch, es war vielen von ihnen vollkommen egal.

Die Wissenden schwiegen. Ein Wissensvorsprung, ein Techtelmechtel, ein Geheimnis erhält nur dann seinen Wert, wenn man es bedeckt hält. Es ist nicht auszuschließen, dass gleich nach der Ausstrahlung Zigtausende Damen und Herren zu den Telefonen griffen, ihre Verbündeten kontaktierten, "du weißt" in den Apparat flüsterten, länger schwiegen und sehr glücklich waren.

Die anderen aber, die fernab von Gesellschaftsnachrichten ein trostloses Dasein fristen, müssen nun selbst sehen, wie sie weiterkommen. Herr Reichhold hat sie mit seinem Venedig-Sager ins Out bugsiert und bald wird er selbst schon in einer Reihe mit Hopper, Parsons, Graeter und Schliesser zu nennen sein.

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