Meinung | Kolumnen | GesMBH
07.03.2013

Russische Nacht

Nichts ist für Veranstaltungen einträglicher als das Gerücht.

Karl Hohenlohe | über Depardieus Wien-Besuch.

Obelix ante portas.

Niemand will es bestätigen, niemand will es dementieren, aber es ist nun einmal ein real existierendes Gerücht, dass der Neorusse Depardieu den „Filmball Vienna“ beehren wird.

Von Schauspielern kleineren Kalibers hört man, sie würden den Filmball Vienna „besuchen“, wirkliche Stars sind dazu nicht geschaffen, entweder sie „beehren“ eine Veranstaltung oder sie bleiben ganz einfach ganz aus.

Wahrscheinlich wird sich Herr Depardieu erst ganz kurz vor dem Filmball Vienna entscheiden. Vielleicht kehrt er doch lieber im eigenen Wirtshaus ein oder er beehrt rasch noch einmal seinen Kameraden Herrn Ramsan Kadyrow, den tschetschenischen Menschenfreund.

Nichts ist für Veranstaltungen einträglicher als das Gerücht. Plötzlich schwirren große Namen durch die Luft, verschwinden wieder und sehr oft tauchen sie bei den Festlichkeiten niemals auf. Ich hoffe trotzdem auf die Beehrung von Herrn Depardieu.

Längst ist er kein Schauspieler mehr, sondern ein schweres Kuriosum, ein Weinliebhaber, das Missing Link zwischen Gourmet und Gourmand, der Robin Hood unter den Steuerflüchtlingen.

Er reist durch die Welt, umarmt die Reichen und die Mächtigen, herzt Putin und hoffentlich bald schon Edi Finger junior, der für die Geschicke des „Filmball Vienna“ verantwortlich zeichnet.

Obelix ante portas, steht da am Anfang geschrieben, und vielleicht gibt es ja dann im Rathaus irgendjemand, der Obelix ein ganz klein wenig ähnlich sieht.