über Hanno Setteles Schnäuzer
09/14/2014

Oberlippenbekenntnis

von Karl Hohenlohe

Er ist es, er ist es aber doch nicht.

Karl Hohenlohe | über Hanno Setteles Schnäuzer

Das Gesicht kommt einem ungemein bekannt vor.

Die hohe Stirne, die markante Nase und das ungezähmte Haar, das einst im Beisein des Bundeskanzlers im geöffneten Autofenster flatterte.

Er ist es, er ist es aber doch nicht.

Mit einem Male ist man in dieses seltsame Wahrnehmungschaos verstrickt, wie damals, als man Peter Rapp ohne Bart, Armin Wolf ohne Brille und DDr. GĂĽnther Nenning nackt gesehen hatte.

Man war es einfach nicht gewohnt. Der Mann, den man sonst vornehmlich aus dem alten Mercedes kennt, sieht aus wie Hanno Settele, bewegt sich wie Hanno Settele, spricht wie Hanno Settele, er kann es aber nicht sein. In unserem Empfinden – und ich spreche hier ausnahmslos für jede Österreicherin und jeden Österreicher – ging Herr Settele zeitlebens ohne Oberlippenbart durch das Leben.

Jetzt ist alles anders (siehe Bild unten).

Der, nicht nur von mir, sehr verehrte Herr Settele hat sich auf die Spuren von David Niven, Max Planck, Charlie Chaplin, Tom Selleck und Frida Kahlo begeben und seinem Rasiergerät die Partie zwischen Oberlippe und Nase erspart.

Nun frage ich mich, ob es ein echter Bart ist, oder aber ein Exemplar aus dunklem Hermelinschwänzchen gezwirnt, der mit Uhu-Alleskleber allmorgendlich an passender Stelle appliziert wird.

Auch Chaplins Bart war ja artifiziell, das Publikum liebte ihn trotzdem.

Ich weiß mich eins mit der brennenden Neugierde meiner Landsleute und appelliere an Herrn Hanno Settele: Legen Sie die Karten auf den Tisch – Horn, Hermelin oder Polyester?

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